Stufen aufs Ohr

Ewigkeit

Stufen.aufs.Ohr im September 26 von Traudel Krause 

Der aktuelle Stufen-Newsletter spricht mich spontan an. Damaris Friedrich teilt ihre Gedanken zum Thema Ewigkeit. Sie erreicht mich bei dem Thema, das mich schon mein ganzes Leben elektrisiert.

Bevor ich mit siebzehneinhalb Jahren zum ersten Mal mit Jesus Bekanntschaft gemacht habe, war ich überzeugt davon, dass die Christen lediglich auf die Ewigkeit vertrösten. Auf einer missionarischen Veranstaltung sagte mir dann jemand, dass ewiges Leben hier und jetzt anfängt. Jetzt, wenn ich mein Leben mit Jesus Christus teile und ihm vertraue. Das war ein völlig neuer Gedanke für mich und damit waren meine Argumente gegen Gott wie weggefegt. Bis heute ist es so, dass das Thema Ewigkeit für mich entscheidend ist.

Damaris zitiert den Song: „Die Ewigkeit ist mein Zuhause. Gott hat sie mir ins Herz gelegt.“ Ich spüre dem nach – und ja, das trifft es. Die Ewigkeit ist mein Zuhause, meine Heimat und mein Anker. Gott Vater, Sohn und der Heilige Geist stehen für diese Ewigkeit.

Alles was ich erlebe, teile ich mit dem, der mich hält. All die wunderbaren Erfahrungen mit Familie und Freunden, mit Natur, Jahreszeiten und all den Wundern des Lebens. Und gleichzeitig geht es immer darum, ob ich auch bereit wäre, das alles loszulassen.

Auch das Schwere, was ich nicht verstehe, halte ich dem hin, zu dem ich eine feste Beziehung habe, eine Verbindung. ER ist mein Fixpunkt, ohne den ich mir das Leben und das Sterben nicht vorstellen kann.

Das alles gehört schon zu ewigem Leben. Es ist ein Vorgeschmack auf die Ewigkeit. Oder der Geschmack der Ewigkeit? Jetzt sehen wir erst bruchstückhaft. Wir erleben schon etwas davon, was wir einst in der Vollendung sehen werden.

Vielleicht ist es wie bei den Israeliten, die 40 Jahre durch die Wüste gewandert sind. Sie erlebten, wie Gott sie ernährte mit dem Honig des Himmels, dem Manna und zu trinken fanden sie auch. Gott führte sie durch trockenes Land und versorgte sie. Es war noch nicht das versprochene Land, aber sie erlebten schon die Versorgung und die Güte Gottes.

Und uns sagt Jesus zu: „Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie und sie folgen mir und ich gebe ihnen das ewige Leben und sie werden nimmermehr umkommen und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“

Dieser gute Hirte ist vertrauenswürdig, in Zeit und Ewigkeit.

Ihre und Eure Traudel Krause

Raum zu sein

Stufen.aufs.Ohr Sommer 2026  von Damaris Friedrich 

Bei meiner morgendlichen Andacht hörte ich einen Vers aus Offenbarung 3: Hör doch! Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten. Ich werde mit ihm das Mahl einnehmen und er mit mir.

Allerdings hörte ich den Vers in Englisch und da lautet der letzte Satz: Ich werde bei ihm eintreten und mit ihm zusammen essen und er mit mir.

Ich hörte diesen Satz während des Frühstücks. Ganz gemütlich saß ich auf unserer Terrasse, leckeren Kaffee und Marmeladenbrot vor mir, der Wind rauschte, angenehme Temperaturen, grün um mich herum – und mein Herz horchte auf.

Jesus klopft bei mir an. Freut sich, wenn ich ihn einlasse – um dann mit mir zusammen am Tisch zu sitzen und zu essen. Gemeinschaft mit mir zu haben. Zu sein.

 

Es hat mich an einen Satz einer mir lieben Pfarrerin erinnert – als sie das Kirchenfest „Die Kirche bleibt im Dorf“ mit folgenden Worten eröffnete: In unseren Häusern haben wir viele Räume. Jeder Raum hat einen bestimmten Zweck – so wie wir auch bestimmten Rollen in unserem Leben haben.

Die Kirche – das Gotteshaus – ist ein Raum, der zwecklos ist. Ein Ort, wo wir einfach kommen dürfen – und sind. Wo Gott da ist – am Tisch sitzt und mit uns ist.

Wie oft meine ich, dass es in Gottes Haus darum geht heiler, reifer, lebendiger, gottesfürchtiger, frommer zu werden…  gestärkt zu werden, Klarheit zu bekommen, Angst hinter mir zu lassen, keinen Mangel mehr zu empfinden, Bedürfnisse gestillt zu bekommen…

 

JA, das ist für mich eigentlich das RADIKALE an Jesus – an dem Dreieinigen Gott – dass ICH sein darf vor ihm. Er empfängt mich, nimmt mich in die Arme – ohne dass ich irgendwas davor oder danach tun muss. Ich muss nicht erst „rein, fromm“ werden, um zu kommen, sozusagen richtig „christlich“ leben – und ich muss auch danach nicht „sündfreier“, heiler, richtiger leben –

Ich darf sein, weil JESUS zu mir kommt, weil JESUS überwunden hat.

 

Ich glaube und erlebe – dass die Gemeinschaft mit Jesus, das mit ihm am Tisch sitzen, SEIN, immer etwas in mir wirkt – das geht mit Gott gar nicht anders –

ABER das ist nicht der Grund des Zusammenseins – das ist nicht der Zweck der Gemeinschaft.

 

Ich merke, wie schwer mir das im Tiefen zu leben fällt: mit Gott zu sein – am Tisch zu sitzen, Zeit mit ihm zu genießen – OHNE dass es mir oder ihm zu irgendetwas „dienen“ muss.

Das buchstabiere ich diesen Sommer. Zu sein. Mich auszuhalten mit meinen unangenehmen Gefühlen – ohne sie „wegzubeten“ oder von Jesus zu erwarten, dass er sie wegnimmt. Sondern mit ihm zusammen da zu sein – in seinem Haus, in seiner Gegenwart.

Wie schön, dass unsere Kirche im Dorf ist, die Tür offen – so dass ich einfach eintreten kann und mich zu ihm setzen kann. Er ist da und wartet. Auch auf dich. Eine gesegnete Zeit, Damaris Friedrich

auf beiden Seiten hinken

Stufen.aufs.Ohr im August 2026 von Christine Sommer – Voraussichtlich am 31.8. kommt das nächste

In der Bibel in 1. Könige ab Kapitel 16 können wir über König Ahab und den Propheten Elia lesen. Über Ahab steht dort, dass er tat, was dem Herrn missfiel, mehr als alle, die vor ihm gewesen waren. Er hatte eine ausländische Frau geheiratet und deren Götterkult von Baal und Aschera übernommen und diese Götter durch den Bau von Anbetungsstätten und staatlich finanzierter Priester so etabliert, dass auch das Volk diesem Kult folgte.

Elia will die Zustände wieder geraderücken und nach einer schweren Dürrekatastrophe fordert er eine Volksversammlung einschließlich aller fremden Priester auf dem Berg Carmel. Über ein Wunder sollte sich der wahre Gott herausstellen.

Doch zuerst wandte Elia sich an das Volk. In 1. Könige 18, Vers 21 steht:

21 Da trat Elia zu allem Volk und sprach: Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Ist der HERR Gott, so wandelt ihm nach, ist’s aber Baal, so wandelt ihm nach. Und das Volk antwortete ihm nichts. 

Wie lange hinkt ihr auf beide Seiten? Oder nach anderen Übersetzungen: Wie lange schwankt ihr noch hin und her? Wie lange noch wollte ihr auf zwei Hochzeiten tanzen? Wie lange braucht ihr noch, um Euch zu entscheiden?

Und das Volk antwortete nichts.

Ich kann das Volk gut verstehen. Warum sollte man alles nur auf ein Pferd setzen? Lieber sichere ich mich ab, und halte mir mehrere Optionen offen.

Und sich klar gegen die Überzeugung der Machtinhaber, derjenigen, die gerade das Sagen haben, deren Urteil wir fürchten, zu positionieren kann gefährlich sein.

Baal und Aschera sind Fruchtbarkeitsgötter oder auch Wettergötter, die eine gute Ernte sicherstellen. In der Verehrung hoffte man auf Erfolg, auf materielle Sicherheit, auf ein gutes Leben.

Mein Eindruck ist, dass wir in einer Zeit leben, in der verschiedene religiöse Einflüsse sich mischen. Ich sehe eine wachsende Anzahl von buddhistischen Dekoelementen, verschiedene Ansätze von Wiedergeburtsglauben werden immer verbreiteter, Schmuckstücke als Glücksbringer oder im Urlaub in fremden Tempeln kleine Rituale auszuführen sind völlig normal.

Und wenn es um innere Einstellungen geht, ist die Frage, welche Opfer ich dem Erfolg bringe, mit welcher Intensität ich mich für mein Glück nach allen Richtungen absichere.

Gott macht immer wieder deutlich, dass er ein eifersüchtiger Gott ist und möchte, dass wir ausschließlich auf ihn vertrauen. Das fällt schwer, weil es unmodern ist, auf Unverständnis stößt und weil es bedeutet, dass ich auf manche Absicherungsmechanismen verzichten muss.

Ich wünsche uns allen den Mut, uns eindeutig für Gott zu entscheiden.

Eure Christine Sommer

Ich will überrascht werden

Stufen.aufs.Ohr – August 2026 von Traudel Krause

Die Ferien haben begonnen. Wie haben wir als Kinder darauf hin gefiebert! Eine große Sehnsucht ist mit Ferien und Urlaub verbunden. Eine Unterbrechung des Alltags – und auch eine große Sehnsucht nach einer überraschenden Berührung der Seele.

In Lukas 18, Vers 35 bis 43 wird die Geschichte vom blinden Bartimäus erzählt. Sein Alltag ist das Betteln und Abhängig-Sein. Er hört, dass Jesus in der Stadt ist und Bartimäus weiß, dem muss ich, dem will begegnen. Er schreit einen Notschrei. Jesus fragt ihn: Was willst du, dass ich für dich tun soll? Er antwortet : ICH WIILL UNBEDINGT SEHEN.

Was wir uns ersehnen von den freien Tagen?– ein tiefes Erfrischt-Werden aus der Quelle und die überraschenden Wunder, die direkt vom Himmel her in unser Leben fallen…. Das wollen wir sehen und erleben.

Wir waren in unseren Urlaub unterwegs auf den Spuren Luthers. Wir haben erlebt, wie wir tief erfrischt wurden. Zum Beispiel an einem extrem heißen Tag konnten wir uns um die Mittagszeit nur noch in die kühle Kirche in Weimar flüchten. Drinnen eine völlig andere Atmosphäre mit Gänsehautfeeling. Wir wurden begrüßt von einem Chor, der für das bevorstehende Konzert am Abend probte: „Denn er regiert auf immer und ewig“….Händels Halleluja erfüllte die ganze kühle Herderkirche. Unvergesslich dieser Gruß vom Himmel her.

Ein anderes Mal waren wir in der Predigerkirche in Erfurt. Auf der Suche nach Luther stießen wir auf Meister Eckhard, der Jahrhunderte vor Luther in dieser Kirche gewirkt hat. Er überraschte mich mit seiner Aktualität. Zum Beispiel sagte er: “Du brauchst Gott weder hier noch da zu suchen. Er ist nicht weiter als vor der Tür deines Herzens und dort steht er und harrt und wartet.“

Schließen möchte ich mit einem Gebet von Martin Luther, das in der Marktkirche in Wittenberg ausliegt:

Siehe Herr, ich bin ein leeres Gefäß, fülle es! Ich bin schwach im Glauben, stärke mich!

Ich bin kalt in der Liebe, lass mein Herz brennen! Lass meine Liebe herausströmen auf meinen Nächsten.

Ich habe keinen starken, festen Glauben, ich zweifle zuweilen und kann dir nicht völlig vertrauen.

Ach Herr, hilf mir.

Mehre meinen Glauben,

lass mich dir vertrauen.

Ich bleibe bei dir;

Denn von dir darf ich nehmen und muss nicht geben. Amen

Eine gesegnete Sommerzeit wünscht Traudel Krause

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Wir sind gespannt und dankbar für diese Möglichkeit und freuen uns auf eine lange Verteilerliste!

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