Stufen aufs Ohr

Zur Freiheit berufen

 

Stufen.aufs.Ohr Juli 24 Nr. 3 von Christina Stadelmann

„Denn Gottes Gnadengaben und Berufung können ihn nicht gereuen…“

Dieser Satz aus Römer 11,29 ist mir in den vergangenen Tagen immer wieder vor die Füße gefallen… Und ich kam ins Nachdenken… Berufung – das ist ein großes Wort.

Kennen wir unsere Berufung? Wissen wir, welchen Plan Gott für unser Leben hat? Und welche Pläne haben wir selbst? Es ist ein Spannungsfeld…

Lange Zeit dachte ich, dass Berufung etwas mit einer ganz bestimmten Aufgabe zu tun hat… Eben mit dem, was ich TUE.

Inzwischen glaube ich, dass jede und jeder von uns eine Berufung hat.

Hast Du Dich schon einmal gefragt, worin Deine Berufung, also Deine ureigene Bestimmung im Leben liegt? Was Gott von Dir will? Ein heißes Eisen…

Denn es könnte ja sein, dass das, was da unter Umständen gefordert wird, mir gar nicht in den Kram passt… Ja, dass ich das vielleicht sogar etwas ganz anderes im Sinn habe…. Und dann? Verweigere ich mich?

Denn Gottes Gnadengaben und Berufung können ihn nicht gereuen…

Da ist nicht nur allein von Berufung die Rede, sondern auch von den Gaben. Die Gaben, die in mein Leben hineingelegt wurden, sind Geschenk, sind Gnade… Kenne ich sie? Erkenne ich, was mit ihnen an Gnade in mein Leben hineingeflossen ist?

Ich habe begriffen: Es kommt gar nicht in erster Linie auf das TUN an sich an! Sondern auf mein SEIN. Es kommt darauf an, dass das zum Leben kommt, was in mir angelegt ist, damit die Gnadengaben sich entfalten können. Es kommt darauf an, das ich zu dem finde, was im Innersten zu mir gehört.

Wenn dieses Potenzial meiner Gaben zur Entfaltung kommen kann – dann bin ich vielleicht schon in meiner Berufung. Denn bedeutet Berufung nicht einfach, dass Gott nach uns ruft, weil er Sehnsucht hat? Sehnsucht danach, dass wir ins Leben kommen mit allem, was in uns angelegt ist? Die Frage ist: Bin ich in Beziehung zu diesem Gott, der will, dass ich in Fülle lebe? Traue ich ihm zu, dass er es gut mit mir meint?

Wenn ich diesen Schritt des Vertrauens wage und auf seinen Ruf höre – dann können mich seine Worte aus den Gefängnissen meiner Angst und Selbstzweifel in die Freiheit und Weite meines Lebens führen…

Berufung… Das muss dann gar kein spektakulärer Auftrag sein. Gottes Ruf zeigt sich oft auch in den ganz alltäglichen Dingen: In den Familien oder am Arbeitsplatz. Manchmal kann es aber auch eine ganz schön große Nummer sein.

Die Frage ist: Bin ich in Hörweite, wenn Gott ruft? Vertraue ich ihm – trotz all meiner Begrenzungen?

Ich lade dazu ein, einmal nachzuspüren, was Deine Berufung sein könnte? Und dabei der leisen Stimme Gehör zu schenken, die Dich in die Freiheit führen möchte…

Eine gesegnete Woche wünscht Christina Stadelmann, Grünwald

Werden wie die Kinder

 

Stufen.aufs.Ohr Juli 24 Nr. 2 von Hans-Martin Steffe

„Opa“ begrüßte er mich, unser kleiner Enkel, inzwischen ein Jahr und acht Monate alt. „Opa“ hat er vor einigen Tagen zum ersten Mal gesagt und dann an allen Tagen unseres Besuchs immer wieder. Das hat mein Herz hüpfen lassen vor Freude. Kinder sind ein Geschenk des Himmels. Das sage ich bei jeder Taufe von kleinen Kindern. Sie bringen so viel mit an Lebenslust und Eigensinn. Sie sind empfänglich für Zuneigung und Liebe. Sie brauchen Zuwendung, in den Arm genommen werden, getröstet, wenn sie hingefallen sind, ermutigt, wenn sie Neues wagen.

„Kleinen Kindern gehört das Reich Gottes“, hat Jesus gesagt. Das hat er seine erwachsenen Schüler gelehrt. Von Kindern können wir lernen. „Wenn ich einem kleinen Kind begegne, ziehe ich meinen Hut und sage: Guten Tag, Herr Doktor“, sagte Martin Luther.

Was mich an meinem kleinen Enkel begeistert: Er ist ganz präsent. Er lässt sich faszinieren von Sand, Steinen, Blumen. Beim Spaziergang lässt er keine Pfütze aus. Bagger, Laster, Traktor bringen ihn zum Staunen. Er will dann bleiben, schauen, dabei sein. Wenn ihn etwas anzieht, muss ich mich auf ihn einlassen. Ihm bestätigen, dass das Leben erstaunlich ist. Ihm zustimmen. Mit Worten und mit Gesten. Arme ausbreiten, in die Höhe recken.

Kleine Kinder rühren Erwachsene an, wenn sie denn die Kleinen wahrnehmen. Beim Einkaufen erlebe ich das. Beim Bäcker, beim Metzger, an der Theke erhalten sie fast immer etwas zugesteckt. „Möchtest du ein Stück?“ Kinder lassen sich beschenken. Kinder rühren Erwachsene an. Der Müllwagenfahrer winkt unserem Enkel zu. Der bleibt auch immer andächtig stehen, wenn er die Müllmänner im Einsatz sieht oder der große Mülleimer geleert wird.

Unser kleiner Enkel vertraut uns, der Oma und dem Opa. Mama kann weggehen. Natürlich fragt er nach ihr immer wieder einmal, wenn sie einen halben Tag zur Arbeit weg ist. Ab dem zweiten Tag können wir ihn darüber hinwegtrösten. Er braucht nur unser Zusprechen. „Mama arbeitet. Nachher kommt sie wieder.“

Was ich von meinem kleinen Enkel lerne? Ganz da sein, wo ich bin. Mich auf das eine zu fokussieren, was jetzt dran ist. Im Heute leben. Staunen über so vieles, was es an Schönem gibt, was andere vor uns geleistet haben und neben uns. Mich am Leben freuen, an der Schöpfung, an der Musik, an beeindruckenden Bauwerken. An Menschen, auf die ich mich verlassen kann.

Dankbare Zufriedenheit will ich lernen. Ganz bewusst sagen: „Gott sei Dank“

Mit dankbaren Grüßen

Hans-Martin Steffe
Linkenheim-Hochstetten

Lebenswasser von Außen

Stufen.aufs.Ohr – Juli 24 Nr. 1 von Damaris Friedrich

Wir erleben als Familie in der letzten Zeit eine „Krisensituation“. Da sind wir drin. Da müssen wir durch. Wie wir da durch- und rauskommen, wissen wir nicht. Wir haben Hoffnung, dass das Bild aus dem Krisenkurs Wirklichkeit wird.

Dort liegt in einer Einheit ein schwarzer Tunnel im Bodenbild. Vor dem Tunnel Blumenzwiebeln, Samenkörner. Am anderen Ende: Aufgegangenes, Blühendes.

Etwas durfte reifen, aufbrechen, lebendig werden. Doch zuerst musste es durch den dunklen Tunnel durch. Die Zwiebel und das Samenkorn, in der dunklen Erde vergraben, müssen durchbrechen.

Dazu braucht es von außen Sonne und Wasser und Nährstoffe.

 

Zu mir kam „von außen“ ein Sonnen-Lied – durch einen lieben Menschen. Ob sie wusste, dass ich dieses Lied so dringend brauche?

Ich habe es dann auf dem Heimweg im Auto sofort laut angehört – und es hat mir so gut gefallen und ich spürte, wie es meine Seele bewässert:

 

Ich rufe Freiheit aus, stoß die Kerkertüren auf, denn dir gehört mein Lobpreis.

Kannst Totes neu beleben, schenkst Freudenöl statt Tränen und dir gehört mein Lobpreis.

Manchmal, da kann ich nicht anders, da muss ich meine Beine bewegen, meine Hände zum Himmel heben..

 

Dieses Lied mit der freudigen Melodie war wie eine Lebenswasser-Dusche.

Ich erinnerte mich an Paulus und Silas im Gefängnis, die mitten in der Nacht Gott lobten – unabhängig der Umstände – und Gott wandelte ihre Not zu Noten.

 

Ich sang und singe dieses Lied mir selbst zu. Ich rufe es über unserer Krisensituation aus: Mein Gott kann alles – er hat immer Möglichkeiten!

Das rufe ich in die Ungewissheit und den Zweifel hinein.

Alleine kann ich das nicht – aber zusammen mit dem Lied und den Lautsprechern, die ich ganz laut aufdrehe – kann ich es und tue ich es –

und es gibt mir Kraft um durchzugehen, weiterzugehen.

Es gibt mir neue Hoffnung – im Angesicht des nebeligen Tals, der Dunkelheit – ja auch im Angesicht der Feinde.

Es führt mir den gedeckten Tisch vor Augen, erinnert mich an diese Zusage aus Psalm 23, wenn ich durchs finstere Tal gehe.

 

Ich weiß, dass so ein Lobpreislied nicht immer passt und es nicht DIE Hilfe ist, um durch Krisen zu kommen. Doch möchte ich euch mit meinem „kleinen Erleben“ ERMUTIGEN: Seid wachsam, welche Sonne, welches Wasser oder welche Nährstoffe auch immer euch von Gott entgegenfließen und seid MUTIG einfach mal auszuprobieren – ohne viel nachzudenken!

Eine gesegnete Woche wünscht euch Damaris Friedrich

 

Was fördert die Gemeinde?

Stufen.aufs.Ohr Juni 24 Nr. 4 von Christine Sommer

Wir sind stark herausgefordert, weil sich alles sehr schnell verändert. Neue Werte und Lebensformen entstehen immer schneller, kulturelle Einflüsse vermischen sich. Wie positionieren wir uns als Christen?

Das Faszinierende ist, dass die gleiche Fragestellung bereits die ersten Gemeinden umgetrieben hat.

Paulus widmet sich in seinen Briefen an vielen Stellen diesen Fragen und versucht Hilfestellungen zu geben. Im ersten Korintherbrief (Kapitel 9ff) geht er auf einige konkrete Punkte ein.

Interessant ist der Maßstab, den er anlegt:

Das Ziel ist möglichst viele für Christus zu gewinnen. (1. Kor 9,20). Deshalb schreibt Paulus, dass er wie einer aus der Gruppe geworden ist, in der er gerade gelebt hat. Bei ihm z.B. Juden, Griechen, Glaubensferne oder Menschen, deren Glauben schwach ist. Zu werden, wie einer aus der Gruppe bedeutet aber nicht, dass er seine innere Einstellung ändert. D.h. er hielt sich an die Regeln, die die jeweilige Gruppe für sich definiert hat, ohne jedoch zu glauben, dass diese Regeln mit seinem Glauben zu tun haben oder gar zu seiner Erlösung beitragen, seine innere Freiheit einschränken.

Besonders bemerkenswert finde ich, dass er die Freiheiten, die er für sich in seinem Glauben gefunden hat, dort nicht in Anspruch nimmt, wo andere sich an diesen Freiheiten stören könnten.

In 1. Kor 10, 23 ff: schreibt er: 23 Ihr sagt: »Alles ist erlaubt!« Mag sein, aber nicht alles ist deshalb auch schon gut. Alles ist erlaubt, aber nicht alles fördert die Gemeinde. 24 Ihr sollt nicht an euch selbst denken, sondern an die anderen. und V. 32 Lebt so, dass ihr für niemand ein Glaubenshindernis seid.

Paulus sagt nicht: verhaltet Euch so, dass ihr vor Gott recht seid. Das setzt er einfach voraus. Meine Beziehung zu Gott muss stimmen. Aber er sagt, es spielt auch eine Rolle, welchen Eindruck die Anderen von Euch haben. Und zwar Andere innerhalb und außerhalb der christlichen Gemeinde.

Was also möchte ich an alten Werten und Praktiken beibehalten und wo gehen wir mit der Zeit. Im Sinn von Paulus könnten folgende Fragen der Maßstab dafür sein:

Was löst mein Verhalten bei anderen aus, hier vor allem bei jemanden, der unsicher ist im Glauben?

Bin ich bereit mich der Gemeinde zuliebe anzupassen oder habe ich den Anspruch, dass ich nur in einer Gemeinde sein kann, die alle meine Ansichten teilt?

Wie wirkt mein Verhalten auf Außenstehende? Wie fühlen sich Menschen, wenn sie einen Gottesdienst besuchen? Was sehen sie über den Umgang miteinander?

Passen meine Worte und mein Verhalten zusammen?

Wer sind denn heute die Gruppen, die Bubbles denen ich mich im Sinn von Paulus gleich machen soll?

Unser Jahreslosung stammt auch auch dem ersten Korintherbrief (1. Kor. 16,14) Alles, was ihr tut, soll von Liebe bestimmt sein. Das ist doch ein wunderbares Leitmotiv.

Herzliche Grüße von Christine Sommer

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