Reliphon / Stufen aufs Ohr

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Die ganze Welt ()

Hans-Martin Steffe, 16. Mai 2022
Teil der Reliphon Serie, gehalten als Reliphon Andacht

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Reliphon / Stufen aufs Ohr 16. – 22.05.2022

„Die ganze Welt, Herr Jesus Christ, Halleluja, Halleluja,
in deiner Urständ fröhlich ist, Halleluja, Halleluja.
Das himmlisch Heer im Himmel singt, Halleluja, Halleluja,
die Christenheit auf Erden klingt, Halleluja, Halleluja.
Jetzt grünet, was nur grünen kann, Halleluja, Halleluja,
die Bäum zu blühen fangen an, Halleluja, Halleluja.“
Leicht. Tänzerisch kommt die Melodie dieses kleinen Osterliedchens daher, passend für den Mai, da alles grünt und blüht. Himmel und Erde singen, klingen, swingen schwungvoll. Die ganze Schöpfung ist involviert, die Pflanzen- und die Tierwelt. Es singen jetzt die Vögel all. Der Sonnenschein jetzt kommt herein und gibt der Welt ein neuen Schein.
Wer hat dieses Liedchen geschrieben? Was waren das für Zeiten? Ist das nicht alles zu naiv. Männeruntauglich? Angesichts des Krieges, wo es wieder Soldaten braucht.
Der Liederdichter war ein katholischer Priester, ein Prophet und Poet. Friedrich Spee von Langenfeld. Der Dreißigjährige Krieg tobte seit fünf Jahren. Spee wollte sich nicht unterkriegen lassen von den Gräueln und der Angst. Der war ein mutiger Bekenner, ein schonungsloser Streiter für Gerechtigkeit und Wahrheit. Der setzte sich mit juristischen Mitteln gegen die grausame Verbrennung von Frauen ein, denen von kirchlicher Inquisition der Hexenprozess verhängt wurde. Man versuchte ihn mit einem Attentat auszulöschen.
Friedrich Spee ließ sich nicht klein kriegen. Er hielt sich ganz an seinen Herrn Jesus Christ. Der Tod ist mächtig, der Teufel hinterlistig. Aber die sind besiegt. Wodurch? Durch die Auferstehung unseres Herrn von den Toten. „Urständ“ nennt er die. Der Uraufstand Gottes gegen das Böse in jeder Form, den Krieg und die Grausamkeit gegen Frauen und die armen Bauern.
Dagegen muss gesungen, geglaubt und gestritten werden, war seine Einstellung. Das Jetzt ergreifen. Viermal betont er das Jetzt. Jetzt, hier und heute ist Gott da. Seine Welt ist voller Leben. Nimm es wahr. Feiere es.
Friedrich Spee war ein Poet Gottes. Seine Liebe zum Schöpfer, machte ihn zum Dichter.
Seine Liebe zu den Geschöpfen zum Anwalt der Unschuldigen und Ankläger ihrer Peiniger.
Mit 44 Jahren starb er im Einsatz für Pestkranke, selbst entkräftet.
Er hinterließ 125 Lieder. Nicht nur fröhlich-heitere. Auch das Gott bedrängende Klagelied:
„O Heiland, reiß die Himmel auf! … Wo bleibst du Trost der ganzen Welt.“
Was wir heute brauchen: fröhliche Jesusliebe, streitbares Engagement und persönliche Hingabe an den, der sich ganz und gar für uns hingegeben hat.
Schalom und liebe Grüße
Hans-Martin Steffe, Linkenheim-Hochstetten

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