Reliphon / Stufen aufs Ohr

Neues Angebot: Stufen aufs Ohr. Stufen zum Lauschen.

Mehr lesen? Hier klicken!

 

Der offene Himmel ()

Traudel KrauseTraudel Krause, 9. Mai 2022
Teil der Reliphon Serie, gehalten als Reliphon Andacht

Tags:

Stufen aufs Ohr 9.5.2022 Der offene Himmel
Er war kein Träumer, dieser Jakob, von dem ich erzählen werde. Er war einer, der zielbewusst auf sein Ziel hin spekulierte. Nicht einmal vor Betrug schreckte er zurück um das zu erreichen, was er wollte.
Die Geschichte von den Zwillingen Esau und Jakob aus dem Alten Testament ist manchen noch bekannt. Jakob, der zweitgeborene versuchte, seinen Bruder um das rechtmäßige Erbe zu bringen und nützte die Blindheit seines Vaters aus. Aber der betrogene Bruder Esau macht da nicht mit und so bleibt nur die eine Überlebenschance für Jakob: Die Flucht. Der Vater schickt Jakob auf Brautschau ins fremde Land. Als Schutz vor Esau, der gedroht hat Jakob umzubringen.
Ich stelle ihn mir vor, diesen Jakob, unterwegs. Alles musste er hinter sich lassen. Alles was er um jeden Preis haben wollte. Unterwegs ins Ungewisse. Ursprünglich wollte er alles haben, jetzt muss er alles loslassen. Und er ist geplagt von Angst.
In der Geschichte heißt es: Er kam an eine Stätte, da blieb er über Nacht, denn die Sonne ist untergegangen. Vielleicht kennen Sie auch solche Situationen in ihrem Leben, wo Sie eine unendliche Nacht erlebten, wo kein Hoffnungsstrahl mehr durchkam? Da kann man eigentlich nur noch die Augen zu machen und schlafen. Ein Stein als Kopfkissen. Wie hart mag diese Nacht sein!
Und da erlebte Jakob eine Stärkung, von der man eigentlich nur träumen kann. Mitten in der Nacht ein Durchbruch, ein Traum, ein Bild. Der Himmel öffnet sich und er sieht eine Treppe, die vom Himmel bis auf die Erde reicht. Darauf gehen Engel auf und nieder, wie Botschafter, die stärken und vermitteln. Mitten in dunkelster Nacht ein offener Himmel. Gott selbst lässt sich erleben als einer, der die Nacht unterbricht. Jakob hört deutlich:
„Nicht die Nacht und die Angst herrschen über dich, sondern ich, der Herr dein Gott. Ich bin mir dir und will dich nicht verlassen. Du kannst dich auf mein Versprechen berufen. Auf dem ganzen Weg, der vor dir liegt, will ich dich segnen und dich wieder zurückbringen in das Land, das einmal dir gehören wird.“
Ein Traum? – Für Jakob war es viel mehr als ein Traum. Er erkennt, dass der Himmel mitten in der Nacht beginnt. Der Himmel beginnt, wo die Stimme Gottes in uns zur Sprache kommt, wo der schwarze Sorgenhimmel aufreißt, und die Zusage Gottes über unserem Leben deutlich wird und kein Traum bleibt, sondern Zuversicht und Hoffnung weckt.
Diesen offenen Himmel wünsche ich uns in der vor uns liegenden Woche.

Ihre und Eure Traudel Krause

Frühere: Heute: Spätere:
« Behütet und in guter Gesellschaft Kein Die ganze Welt »
Powered by Sermon Browser