Reliphon / Stufen aufs Ohr

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Mit Jesus im Garten Gethsemane ()

Hans-Martin Steffe, 4. April 2022
Teil der Reliphon Serie, gehalten als Reliphon Andacht

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Reliphon / Stufen aufs Ohr – 4.-10. April 2022
Mit Jesus im Garten Gethsemane
Passionszeit 2022. Jesus kommt mir in diesem Jahr besonders nah. Passion und Kreuz.
„Das Leben ist kein Federchen“, sagt ein russisches Sprichwort. Wahrlich nicht. Seit zwei Jahren Leben mit Corona. Seit einigen Wochen Krieg in der Ukraine, in Europa. Ein Überfall des russischen Militärs auf Befehl seines Präsidenten und seiner Schergen. Bilder des Grauens. Das macht Angst.
Passionszeit 2022. Jesus kommt mir in diesem Jahr besonders nah. Die Szene von Jesus im Garten Gethsemane war Predigttext in unserer Kirche. Wir haben uns mitnehmen lassen in den Garten Gethsemane.
Was sehe ich da? Was höre ich? Was spüre ich? Was rieche ich? – Angstschweiß.
Jesus ganz allein. Die Jünger lassen ihn im Stich. Schlafen ein, statt wach zu bleiben und mitzubeten. Die Nähe des himmlischen Vaters verdunkelt sich für Jesus.
Und Jesus? Trauer hat ihn überfallen und Schrecken. Zu seinem allerengsten Jüngerkreis, zu Petrus, Johannes und Jakobus sagt er: „Ich bin ganz verzweifelt. Am liebsten wäre ich tot. Wartet hier und wachet mit mir.“
Jesus kommt mir in diesem Jahr besonders nah. So menschlich. So ehrlich. Jesus hat Angst. Er ist kein Übermensch, kein Held. Er geht nicht unberührt in den Tod. Aber er gibt nicht auf, sich selbst nicht, seine Jünger nicht, Gott nicht, uns und mich auch nicht.
Seelsorger ist Jesus bis zuletzt für seine ängstlichen Jünger, die ihn verlassen, verleugnen und verraten. Ihre Seele ist ihm wichtig bis zu seinem letzten Atemzug. Wir sind ihm wichtig. „Bleibt wach, damit ihr nicht in Anfechtung fallt.“ Sie schaffen es nicht, die Jünger. Ich oft auch nicht. Dennoch. Ich will mich an Jesus klammern. Aushalten. Wachen und Beten einüben. Und damit rechnen, er hält mich, er trägt mich durch.
Jesus betet im Garten Gethsemane. Ganz intim. „Mein Vater“ sagt er zu Gott. Er lässt Gott nicht los, von dem er sich so verlassen fühlt. Er ringt mit Gott. Er drängt sich nicht ins Martyrium. Den Kelch des Leidens hat er sich nicht ausgesucht. Doch er nimmt ihn an. Er übernimmt stellvertretend Schuld und Leid der Welt. Er willigt ein in seine Sendung.
„Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse,
sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.“
So der Wochenspruch.
Jesus kommt mir in dieser Passionszeit besonders nahe. Er hat für uns und für mich sein Leben hingegeben. Er reißt mich aus der Todesangst. Ich will mich ihm zur Verfügung stellen.
„Christen stehen bei Gott in seinem Leiden“, will ich bei Dietrich Bonhoeffer lernen.
Schalom Hans-Martin Steffe
Reliphon 07134 3353

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