Reliphon / Stufen aufs Ohr

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Gott will, dass wir frei sind. ()

Christine Sommer, 29. November 2021
Teil der Reliphon Serie, gehalten als Reliphon Andacht

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Eine kleine Kirche im Landkreis Heilbronn ist ringsum von einer schweren, eisernen Kette umfasst.
Es handelt sich um eine Leonhardskirche und Leonhard setzte sich zu Lebzeiten ganz besonders für Gefangene ein und wurde zum Schutzpatron aller Angeketteten – auch des Viehs.
Wenn Sie in der Bibel nach dem Wort gefangen suchen, so werden Sie viele Treffer finden. Die Geschichte des Volkes Israel ist geprägt von Fremdbeherrschung und Deportation Gefangener aus der Heimat. Von Gott ausgesendete Propheten, die gegen Misstände gepredigt haben, wurden eingesperrt und unter Druck gesetzt.
Eine große Klage ist, dass es da niemanden gibt, der die Gefangenen befreit und die Verschleppten zurückbringt. (z.B. Jes. 42,22, Kla 1,3). Gebunden zu sein, unterdrückt zu sein, ist aber nicht der Plan Gottes mit uns. In Psalm 146,7 steht, dass Gott denen Recht schafft, die Gewalt leiden. Der Herr macht die Gefangenen frei.
In Jesaja 58,6 wird die Praxis des Schaufastens angeklagt und Gott sagt, welche Art des Fastens ihm gefällt, nämlich: Lasst die zu Unrecht Gefangenen frei und gebt die los, die ihr unterjocht habt. Lasst die Unterdrückten frei. Zerbrecht jedes Joch.
Gott will, dass wir frei sind.
Sind wir frei? Oder sind wir sogar Gefängnisaufseher?
Belastende Gedanken können uns gefangen nehmen. Selbstauferlegte Regeln schränken uns ein. Andere nehmen uns in Beschlag. Süchte bestimmen unser Verhalten. Meine Erwartungen mauern mich ein. Die Erkenntnis meiner Vergänglichkeit drückt mich nieder.
Und leider lege ich anderen, vielleicht ohne es zu wollen, Ketten an, spanne Netze um sie, indem ich über sie bestimme, ihre Ängste schüre, so dass sie sich nichts mehr trauen oder ich versuche, sie vor meinen Karren zu spannen.
Wir gehen auf Weihnachten zu. Die Adventszeit soll dazu dienen uns auf das Kommen des Erlösers vorzubereiten, auf den, der unsere Fesseln lösen kann.
Denn das kann Jesus bewirken (Jes 61,1): Gott hat Jesus gesandt, den Elenden die gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen.
Wer an Jesus glaubt, den wird dies frei machen und wen er frei macht, der ist auch wirklich frei (Joh. 8,31-36).
Jesus löst uns aus den inneren Ketten. Mit seiner Hilfe können wir sie abstreifen. Auch das macht Advents- und Weihnachtsfreue aus.
Und wenn dies von den Kirchenerbauern vielleicht ganz anders gedacht war, werde ich mich immer, wenn ich eine Kette um ein Kirchengebäude sehe, daran erinnern, dass Jesus mich frei machen will und die Kette draußen bleiben muss – sie hat in meinem Inneren nichts zu suchen.
Ich wünsche Ihnen eine gesegnte Adventszeit
Ihre Christine Sommer

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