Reliphon / Stufen aufs Ohr

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Er weckt mich alle Morgen - ()

Hans-Martin Steffe, 15. November 2021
Teil der Reliphon Serie, gehalten als Reliphon Andacht

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Reliphon / Stufen aufs Ohr, 15.11.-21.11.
Er weckt mich alle Morgen -
Jochen Klepper reformatorischer Dichter in Deutschlands dunkelster Zeit

Das Morgenlied von Jochen Klepper: „Er weckt mich alle Morgen“ gehört zu meinen Lieblingsliedern aus dem Gesangbuch. Es hat eine leichte, beschwingte Melodie.
Er weckt mich alle Morgen er weckt mir selbst das Ohr
Gott hält sich nicht verborgen führt mir den Tag empor
Dass ich mit seinem Worte begrüß das neue Licht
Schon an der Dämmrung Pforte ist er mir nah und spricht.
Jochen Kleppers Lieder sind in der dunkelsten Zeit Deutschlands entstanden, in der Diktatur des Nationalsozialismus. Mir scheint Jochen Klepper hat seine 29 Lieder, veröffentlicht in seinem Büchlein KYRIE, auch sich selbst zum Durchhalten geschrieben. Durchhalten im Festhalten an Gottes Wort. Bis auf zwei Lieder hat Klepper jedem seiner Lieder einen Bibeltext vorangestellt. Beim Lied „Er weckt mich alle Morgen“ sind es Verse aus Jesaja 50.
„Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre wie ein Jünger.
Der Herr hat mir das Ohr geöffnet; und ich bin nicht ungehorsam und gehe nicht zurück.
Denn ich weiß, dass ich nicht zuschanden werde. Er ist mir nahe, der mich gerecht spricht.“
An diesen Versen entlang hat Klepper seine fünf Strophen gedichtet. Alle beginnen sie mit dem betonten ER:
ER weckt mich alle Morgen / ER spricht wie an dem Tage, da er die Welt erschuf /
ER will, dass ich mich füge / ER ist mir täglich nahe /
ER will mich früh umhüllen mit seinem Wort und Licht.
Treffend hat Reinhard Deichgräber über dieses Morgenlied geschrieben:
„Ich kenne keinen Text, der schöner und konzentrierter sagt, was das Reden Gottes, was sein täglich neu ergehendes Wort für uns Menschen bedeutet. Klepper bringt dieses Wort zum Strahlen, dass ich spüre, wie reich mein Leben ist, wenn ich diesem Wort mein Ohr leihe.“
Jochen Klepper hat 10 Jahre lang von 1932 bis 1942 Tagebuch geschrieben. Ab 1933 beginnt er jeden Eintrag mit einem Wort aus der Bibel. „Dass ich mit seinem Worte begrüß das neue Licht.“ Das war ihm gelebte geistliche Existenz. Unbedingt dem Wort Gottes vertrauen. Denn Gottes Wort ist wirkmächtig. Es hat die Welt erschaffen. Es bringt Angst und Klagen zum Schweigen. Es leitet mich durch den Tag. Es umhüllt mich mit Segen und richtet mich auf.
Und Sie und Euch auch. Damit grüße ich,
Ihr und Euer Hans-Martin Steffe

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