Reliphon / Stufen aufs Ohr

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Ich habe keinen Menschen ()

Traudel KrauseTraudel Krause, 25. Oktober 2021
Teil der Reliphon Serie, gehalten als Reliphon Andacht

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Stufen aufs Ohr 25.10.2021 Ich habe keinen Menschen
„Ich habe keinen Menschen“ – diese resignierte Aussage kam bestimmt auch schon über Eure und Ihre Lippen. Welche Gefühle sind das, die sich in diesem Satz verdichten? Keinen Menschen haben – keinen, bei dem ich etwas abladen kann, oder dem ich etwas aufladen kann. Keinen, mit dem ich etwas teilen kann. So bleibt alles beim Alten. 38 Jahre lang. Wie in der Geschichte in Johannes 5, Vers 1-9. Keinen Menschen, der den Kranken in den Teich Bethesda bringt. Keinen, der die heilmachende Quelle für ihn zugänglich macht. Was müssen das für Kränkungen sein, dass dieser Mensch so bewegungslos geworden ist?
Als Jesus ihn in seinem Elend liegen sah und vernahm, dass er schon so lange krank war, bedauerte er ihn nicht. Das macht stutzig, denn eigentlich heißt es doch oft: „Da hatte der Herr Erbarmen.“ Erbarmen bedeutet für uns dann gleich, dass da einer kommt, Hand anlegt, aufrichtet, zurecht bringt und heilt. Aber in dieser Geschichte sieht das Erbarmen ganz anders aus. Endlich ist einer da, der den Kranken ganz konkret und ohne Umschweife auf seine Kränkung hin anspricht.
„Willst Du gesund werden – willst du in deinem Leben überhaupt etwas verändern – willst du dir und den anderen, die dich so lange schon einfach liegen ließen vergeben?“
Jesus betreibt Seelsorge und der Kranke kann seine Seele öffnen. Er klagt seinen ganzen Frust heraus. Ich will gesund werden, aber ich brauche einen Menschen. Das kennen wir auch. Wenn wir über unsere Kränkungen sprechen wollen, denken wir oft, dass da keiner ist, der uns versteht.
Doch, da ist einer! Jesus steht da und sagt zu uns das Gleiche wie vor 2000 Jahren zu dem Gelähmten und Gekränkten. „ Steh auf, nimm deine Schlafmatte und geh.“
Könnte das heißen, tu, was du wirklich willst und habe den Mut, deinen gewohnten, passiven Platz zu verlassen. Das alte Kränkende in Dir anzunehmen, aufzunehmen – Schritte zu wagen, die zu den Menschen hinführen, denen ich mich verschlossen habe. Schritte wagen und meine Kränkungen ans Licht bringen.
Willst du, fragt Jesus. Er fragt es auch uns. Und wir haben die Möglichkeit zu antworten. Wir sind die Gefragten. Welch eine Chance. Vom Kranken heißt es: „ Er wurde gesund und ging hin“.
Ihre und Eure Traudel Krause

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