Reliphon / Stufen aufs Ohr

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Macht und Ohnmacht ()

Traudel KrauseTraudel Krause, 10. Mai 2021
Teil der Reliphon Serie, gehalten als Reliphon Andacht

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Reliphon Stufen aufs Ohr 10.5. 2021
Macht und Ohnmacht
Es gibt Themen, die sind allgegenwärtig, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Von Machtstrukturen und Ohnmachtserfahrungen sind wir ständig umgeben. Wir fühlen uns ohnmächtig im Hinblick auf die Pandemie und empfinden, dass wir in vielen Bereichen Mächten ausgeliefert sind. Überall wo es Hierarchien gibt, bei der Arbeit oder in unserem sozialen Umfeld gibt es auch Machtstrukturen. Selten machen wir uns bewusst, dass Macht auch etwas Positives ist und wir selbst auch Macht haben. Im Umgang mit Schwächeren z.B. und dass wir diese Macht positiv einsetzen können und sollen.
Aber nicht nur Außen erleben wir Macht. Viele Lebensgeschichten sind geprägt von starken Ohnmachtserfahrungen in der Kindheit. Da gab es vielleicht Schläge oder Druck in verschiedenster Ausprägung. Wie können wir später damit umgehen? Können wir uns versöhnen mit unserer Geschichte oder bleiben wir hängen beim Schwur: „Nie wieder will ich ohnmächtig sein?“ Die Auswirkungen von Macht können mächtig nach Innen wirken.
All diese Gedanken kamen mir bei der fortlaufenden Lesung in den vergangenen Wochen aus dem Danielbuch in der Bibel. Daniel war als junger Mensch deportiert worden, das heißt, er lebte in der Fremde. Der mächtige König Nebukadnezar gab ihm einen anderen Namen. Aus Daniel wird Beltschazar. Aber das kann ihn innerlich nicht von seiner Identität abbringen. Er bleibt bei seiner Religion und will sich auch mit den Ernährungsgeboten des Königs nicht verunreinigen. Auch dann als es brenzlig wird. Daniel bleibt sich und seinem Gott treu und dennoch dient er mit allen seinen großen Begabungen dem fremden König.
Ich staune über Daniel. Er deutet Nebukadnezars Traum und macht in der Folge Karriere. Da sind Neider und Intriganten schnell auf dem Plan. Sie manipulieren Nebukadnezar. Als es dann darum geht, das Götzenbild anzubeten verweigert sich Daniel. Nebukadnezar droht, Daniel und seine Freunde in den Feuerofen werfen zu lassen. Daniel reagiert souverän. Er sagt:“ Wenn unser Gott, den wir verehren, will, so kann er uns erretten…… Und wenn er es nicht tun will, so sollst du dennoch wissen, dass wir deinen Gott nicht ehren und das goldene Bild nicht anbeten werden.“(Daniel 3,18)
Der ohnmächtige Daniel redet vollmächtig. Ich staune über Daniel und lerne von ihm. Es macht mir Mut wenn ich lese, wie ihm zugesagt wird: „Fürchte dich nicht, du von Gott Geliebter. Friede sei mit dir. Sei getrost, sei getrost.“(Daniel 10,19)
Eure und Ihre Traudel Krause

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