Reliphon / Stufen aufs Ohr

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„Rühre mich nicht an!“ ()

Hans-Martin Steffe, 19. April 2021
Teil der Reliphon Serie, gehalten als Reliphon Andacht

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Reliphon „Rühre mich nicht an!“ 19.-25.04.2021

„Rühre mich nicht an!“ hat Jesus zu Maria Magdalena gesagt. Am frühen Ostermorgen habe ich diese anrührende Geschichte von der Begegnung mit dem Auferstandenen gepredigt.
„Rühre mich nicht an!“ AHA höre ich sofort: Abstand, Hygiene, Atemschutzmaske. Und überall werde ich daran erinnert. In Lebensmittelmärkten und bei Gottesdiensten. Das 11. Gebot: „Rühre mich nicht an!“ Das halte ich nicht immer durch. Als ich meinen elfjährigen Enkel aus der Schweiz nach 15 Monaten wieder traf, mussten wir einander umarmen.
„Rühre mich nicht an!“ hat Jesus zu Maria Magdalena gesagt. Wie es dazu kam? Maria war noch in der Nacht zum Grab Jesu gegangen. Sie fand es offen. Doch mit Erschrecken stellte sie fest: Der Leichnam von Jesus war nicht mehr da.
Da weinte sie heftig. Darüber konnten sie auch die beiden Engel im Grab nicht hinwegtrösten. Auf deren Frage, warum sie weine, antwortete sie: „Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“
Und dann steht Jesus plötzlich hinter ihr. Und fragt sie auch: „Frau, warum weinst du? Wen suchst du?“ In ihrem Schmerz und Entsetzen erkennt sie Jesus nicht, hält ihn für den Friedhofsgärtner, vermutet, dass der ihn weggebracht hat, will den Leichnam Jesu zurückholen.
„Maria“ spricht Jesus sie an. Da wendet sie sich zu Jesus um. „Rabbuni“ sagt sie zu ihm, mein Meister, mein Lehrer, mein Befreier, mein allerbester Freund. Und dann unvermittelt Jesus zu ihr: „Rühre mich nicht an!“ Warum wohl? Wäre das jetzt nicht das Allerselbstverständlichste, Jesus anfassen, umarmen, festhalten?
Jesus fügt seiner Aufforderung hinzu, dass seine Mission noch nicht zu Ende ist. Zurück zum Vater im Himmel ist dran. Und Maria soll auch für ihre Mission frei sein: „Gehe zu meinen Brüdern und Schwestern. Sage ihnen, dass ich zu meinem und eurem Vater auffahre, zu meinem und eurem Gott.“ Maria hat auch eine Mission: Den auferstandenen Herrn den Jüngern bezeugen.
Ich entdecke: Wichtiger als Jesus für mich festhalten, ist ihn bezeugen, mich senden lassen zu denen, die den Auferstandenen noch nicht kennen. Jesu Mission leben: „Sag meinen Brüdern und Schwestern: Ich habe den Tod überwunden und lebe. Glaubt mir.“
Dafür machen wir Stufen des Lebens. Nicht Jesus für uns selbst festhalten, sondern ihn mit anderen teilen.
Ich grüße Sie und Euch österlich
Hans-Martin Steffe

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