Reliphon

Leben mit der Plage ()

Hans-Martin Steffe, 1. März 2021
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon 01.-07.03.2021
Leben mit der Plage

„Du bist eine richtige Plage.“ Kennen Sie diesen Ausspruch? Haben Sie das auch schon mal gesagt? Also wenn Kinder oder Enkel nerven. Bei einer Autofahrt. Wann sind wir denn endlich da? Oder: Wann gibt es endlich Essen? Kinder können eine richtige Plage sein.
Aber Eltern für Kinder manchmal auch. Hast du endlich deine Hausaufgaben erledigt? Kannst du mal dein Zimmer aufräumen! Eltern können eine Plage sein.
Und hin und wieder bin ich mir selbst eine Plage. Da fehlt mir die Geduld. Da halte ich es nicht mehr aus mit den Unsicherheiten. Seit einem Jahr sind wir geplagt von den Maßnahmen wegen Corona. Kontakteinschränkungen. Seit über einem Jahr haben wir unsere Enkel aus der Schweiz nicht mehr gesehen. Corona-Maßnahmen schränken Kinder und Familien ein. Aber dann auch Geschäfte, Restaurants und Hotels, die monatelang geschlossen sind. Und die, die um ihre Existenz fürchten. Corona-Maßnahmen sind eine Plage. Für einige ist aber Corona selbst die Plage. In den Krankenhäusern vor allem. Das Personal und die Patienten auf den Intensivstationen. Und für Virologen und Politiker mit einsichtigen und weniger einsichtigen Entscheidungen. Und mit der Gefahr, dass Grundrechte auf persönliche Freiheit allzu lange beschnitten werden.
Corona ist eine Plage. Wie können wir das verstehen, was wir seit einem Jahr erleben? Weswegen die Kirchen sogar Gottesdienste haben ausfallen lassen an Weihnachten und Ostern. Alles vernünftig oder übervorsichtig?
Eine Plage führt in die Krise. Und Krisen verunsichern, machen Angst. Doch echte Krisen decken auch auf. Was ist schon lange faul bei uns? Das kann man nicht mehr so leicht verdrängen.
Krisen verlangen wahrhaftige Lösungen.
Wie gehen wir mit der Plage und der Krise wahrhaftig um? Wie geh ich damit um?
In mich gehen zuerst. Nachspüren, fragen, was geschieht eben? Was löst das bei mir aus? Welche Gefühle der Verunsicherung und der Angst zeigen sich?
Dann: Die Passionszeit nutzen. Herunterfahren mit Aktivitäten und mich nicht berieseln lassen.
In die Stille gehen. Fasten und beten. Verzichten auf Überflüssiges.
Und mich austauschen mit Freunden. Zusammen bibeln und beten.
Nach alten, allein stehenden Nachbarn sehen. Zeichen der Verbundenheit senden.
Plagen und Krisen haben Chancen. Sie wollen zur Einsicht und zur Umkehr führen. Wofür will ich mich vorrangig einsetzen? Von Jesus erzählen, der will, dass wir leben. Ehrfurcht vor dem Leben fördern.
Was löst Corona bei Ihnen aus? Wie gehen Sie mit der Krise um?
Herzlichst Ihr Hans-Martin Steffe

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