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Ist das wahr?/ Fake News ()

Christine Sommer, 8. Februar 2021
Teil der Reliphon Serie, gehalten als Reliphon Andacht

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Ist das wahr?/ Fake News
Immer mehr Informationen aus ganz vielen Quellen prasseln auf mich ein. Presse, Fernsehen, Internet, Push-Nachrichten auf das Handy erreichen mich direkt oder werden von Freunden an mich weitergegeben.
Und oft stelle ich mir die Frage: Stimmt das überhaupt? Oder handelt es sich hier um Fake News? Und tatsächlich finde ich regelmäßig heraus, dass vielleicht ein Körnchen Wahrheit darin steckt – aber die Wirklichkeit wird zurechtgebogen, sie wird um eine reißerische Überschrift ergänzt oder so irreführend formuliert, dass es fast nicht mehr möglich ist, dieses Körnchen zu entdecken. Wichtiger als die Wahrheit scheint es zu sein, dass die Geschichte interessant ist.
Wenn ich mir die Bibel anschaue, ist dieses Problem nicht neu. Es gibt immer wieder Beispiele, bei denen sich Menschen gefragt haben: Was ist nun wahr?
Ein Beispiel ist Johannes der Täufer. Er sitzt im Gefängnis und ist nicht sicher, ob Jesus wirklich der Messias ist oder nicht. Deshalb schickt er seine Jünger mit dieser Frage zu Jesus. Und Jesus antwortet: Berichtet Johannes, was ihr gesehen habt – „Blinde sehen, Gelähmte gehen, Aussätzige werden geheilt, Taube hören, Tote werden wieder lebendig, und den Armen wird die rettende Botschaft verkündet“.
Jesus rät: sieh hin, beobachte, was passiert und daraus fälle dein Urteil.
An anderer Stelle in Matthäus 7 sagt Jesus: „Seht euch vor falschen Propheten vor“ und „an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“. Schaut Euch also an, was bei der Sache herauskommt, Gutes oder Schlechtes.
Aber manchmal muss ich mich schneller entscheiden und kann oder möchte nicht warten, bis die Frucht zu sehen ist.
Dies kann man vergleichen mit Berichten von falschen Propheten im Alten Testament. Falsche Propheten treten aus unterschiedlichsten Gründen auf. Sie wollen sich profilieren, sie haben Angst vor den Konsequenzen einer wahren Nachricht oder sie haben einfach keine Information und fürchten um ihren Job, wenn das herauskommen sollte.
In solchen Fällen muss man genau hinsehen oder hinhören: Warum wird diese Nachricht verbreitet? Geht es nur um Stückzahlen verkaufter Zeitungen, um clicks im Internet, darum mir zu gefallen oder darum Leute für eigene Interessen zu gewinnen oder vielleicht ist das Ziel auch nur möglichst viel Unruhe zu stiften, wie wenn ein Kind in einem Ameisenhaufen herumstochert, nur um zu beobachten, wie das Chaos ausbricht.
Die Messlatte, ob ich einer Information glaube, liegt bei Anwendung des „Warum“-Filter ziemlich hoch. Denn Informationen, die frei sind von kommerziellen oder persönlichen Interessen, sind selten. Wenn ich aber nicht so kritisch bin, besteht die Gefahr, dass ich durch Weitergabe ungefilterter Informationen auch Teil der Fake News Kultur werde. Deshalb gehe ich lieber den anstrengenden Weg der Überprüfung.
Ich wünsche Ihnen eine Woche mit vielen guten Nachrichten, Ihre Christine Sommer

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