Reliphon

Adventlich leben ()

Hans-Martin Steffe, 14. Dezember 2020
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon – Adventlich leben 14.-20.12.2020
Willkommen beim Reliphon!
Wie anders ist Advent in diesem Jahr. Heruntergefahren das gesellschaftliche Leben. Kleine Gottesdienste. Kein Gemeindegesang. Und diese Woche werden Schulen und Kitas vorgezogen wieder geschlossen und ganz viele Geschäfte. Sorgen um die Wirtschaft und den gesellschaftlichen Frieden.
Was macht das mit uns, mit mir? Und was mache ich damit?
Herunterfahren von Betriebsamkeit. Räume der Stille aufsuchen. Und Räume der Stille eröffnen. Wir haben in unserer Gemeinde jede Woche an vier Werktagen „Geöffnete Kirche“ zur Stille, zum Anschauen von Bildern zu biblischen Geschichten von Karola Onken und zum Beten. Ich genieße diese Zeit, wenn ich meinen Kirchendienst habe. Viel Zeit, um durch die Kirche zu wandeln. Und immer wieder mich hinstellen und schweigen. Und dann zu Gott, unserem Vater im Himmel sagen: „Du bist da und ich bin da. Sprich mich an. Lass mich spüren, DU aber willst, dass ich lebe und Dir mein Leben anvertraue und mich nicht von der Angst lähmen lasse. Zeige mir, wo Du mich brauchen willst und wer mich braucht.“
Zuhause singen wir vermehrt in diesem Advent. Was für einen Schatz des Evangeliums haben wir in unseren alten Kirchenliedern! Was für eine Kraft der Zuversicht auf den lebendigen Gott. Vor allem in den Liedern, die in schwersten Zeiten gedichtet wurden. Ein Drittel der Adventslieder in unserem Gesangbuch stammt aus der Zeit des 30-jährigen Kriegs. Die haben sich gehalten seit 350 Jahren. Die haben sich bewährt. Darum wurden sie aufbewahrt. An jedem der vier Adventssonntage stammt eines der beiden Wochenlieder aus dieser Zeit: „Wie soll ich dich empfangen?“ von Paul Gerhardt gehört dazu und „O Heiland, reiß die Himmel auf“ von dem katholischen Priester Friedrich Spee. Und auch das bekannteste der alten Adventslieder: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit. Es kommt der Herr der Herrlichkeit.“
Zum dritten Advent gehört auch ein Lied aus der dunklen Zeit des Nationalsozialismus, das Lied von Jochen Klepper:
„Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern.“
Da heißt es:
„Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und-schuld.
Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld.
Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr,
von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.“
Es lohnt sich, dieses Lied auswendig zu lernen.
Mit dem Motto vom Advent grüße ich: „Unser Gott kommt und schweigt nicht!“
Ihr und Euer Hans-Martin Steffe

Reliphon: 07134 3353

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