Reliphon

Geöffnete Kirche ()

Hans-Martin Steffe, 16. November 2020
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon 16.-22.11.2020
Geöffnete Kirche – Stille / Schauen / Beten

Ich gehe gern in unsere „Geöffnete Kirche zur Stille, zum Schauen und zum Beten“. Der große, weite, helle Raum ist unter der Woche an drei Nachmittagen geöffnet. Ich übernehme selbst auch Kirchendienst. Dann kann ich bei Gott einkehren und in meiner Seele. Und ich schaue mir gern die Bilder von Karola Onken an aus der Ausstellung: „Ich bin ganz Ohr – Bilder zum Thema Berufung“. Ich weise andere auf die Bilder hin und habe eine kleine Sehhilfe geschrieben. Ich widme mich immer dem einen oder anderen Bild, verweile und lese in der Bibel die Geschichten, die sie in Szene setzen.
„In dem Blau dieses Bildes könnte ich baden“, sagte mir eine Frau, die in ihrer schweren Krankheitsphase die Bilder aufsuchte.“ ‚Abraham unter dem Sternenzelt‘ ist der Titel des Bildes. Ihm gegenüber unter der anderen Empore ist ganz ungeplant platziert das Bild von ‚Hagar und Ismael in der Wüste‘ in Gelb- und hellen Brauntönen. „Das ist doch ungerecht“, sagte mir eine andere Frau, die ich auf diese Gegenüberstellung hinwies.
„Abraham hat es gut. Er erhält von Gott eine wunderbare Verheißung auf eine nicht zählbare Menge von Nachkommen. Aber Hagar, die schickt Abraham in die Wüste, mit ihrem kleinen Jungen, der doch auch sein Sohn ist, und liefert sie dem Verdursten aus. Und Gott lässt das zu. Ja, Gott fordert Abraham sogar ausdrücklich auf, dass er den Willen seiner Frau Sara ausführt. Denn die hat die Spannung nicht mehr ausgehalten. Ihr gemeinsamer Sohn Isaak sollte nicht durch Ismael gefährdet werden.“
Ich höre die Frage heraus: „Was ist das für ein Gott? Segnet er den einen und liefert den anderen dem Tod aus?“ Vor diesem vorschnellen Urteil bewahrt uns der Zusammenhang der Geschichte in der Bibel. Zum einen ist sich Abraham alles andere als immer sicher, dass Gott ihn führt. Er gerät auf manche Abwege. Zum anderen begegnet Gott, der von ihrer Herrin Sara verstoßenen, ägyptischen Magd Hagar. Er hat das Schreien ihres durstigen Kindes Ismael gehört. Und Gott öffnet Hagar die Augen. Sie findet den Brunnen mit lebensspendendem frischen Wasser und Gott spricht ihrem Sohn Ismael ebenfalls eine große Verheißung auf Nachkommen zu.
Abraham und Hagar werden von Gott angesprochen. Beiden schenkt er seine Verheißung auf Zukunft. Aber beide müssen lange Wege gehen, bis sie zu ihrem Ziel kommen. Und ich und wir? Wir müssen uns in dieser schwierigen Zeit auf lange Wege einstellen. Aber wir sollen auch Gottes Verheißung hören: „Ich aber will, dass du lebst, und ich führe dich durch diese Wüstenzeit. Vertraue mir!“
Schalom und seien Sie gegrüßt Ihr Hans-Martin Steffe

Reliphon: 07134 3353

Tags:

Earlier: Same day: Later:
« Aufgerüttelt Kein Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. »
Powered by Sermon Browser