Reliphon

Wenn einer eine Reise tut … ()

Hans-Martin Steffe, 12. Oktober 2020
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon 12.10.-18.10.2020
Wenn einer eine Reise tut …
Von Vollmond zu Vollmond waren wir in Portugal,. Unsere Kinder haben uns dazu angestiftet. Sie haben uns für dreieinhalb Wochen ein Häuschen in der Algarve gemietet. Davor und danach waren wir für zwei und drei Übernachtungen in Lissabon. Sie kennen das Sprichwort: „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen“ Wir haben viel zu erzählen. Wir haben viel entdeckt in Portugal. Wir hatten uns vorbereitet. Einige Stunden Portugiesisch gelernt. Ein paar Worte für den Alltag. Hineinspüren in den Klang und die Eigenheiten der Sprache. Wir haben Bücher portugiesischer Schriftsteller gelesen. Wir wollten etwas erfahren von der Geschichte Portugals.
Wir haben in Lissabon die Kirche do Carmo besucht. Es stehen noch ihre Wände und Bögen, die einmal das Dach getragen haben. Aber das ist seit dem gewaltigen Erdbeben 1755 ohne Dach. Offen für den Himmel und das Licht. Duster und überladen war für uns die Kathedrale, prunkvolle, mit Gold bestickte Gewänder. Monstranz und Abendmahlskelche aus Gold und mit Edelsteinen verziert. Von den Ländern Südamerikas geraubt. Gegenüber der Kathedrale ist das ehemalige berüchtigte Gefängnis Aljube. Für politische Gefangene in den fast 50 Jahren der Diktatur Salazars. Bedrückend. Abgeschafft wurde die Diktatur durch die unblutige Nelkenrevolution 1974.
Eine besondere Entdeckung wie manch andere verdanken wir dem Nobelpreisträger für Literatur José Saramago. In seinem Buch: Die portugiesische Reise. Er schreibt: „Der Reisende geht in Faro – der Hauptstadt der Algarve – in die Kirche Sao Pedro und bewundert vor allem das Basisrelief mit der Darstellung des Abendmahls, ein zutiefst menschliches Werk. Freunde haben sich um einen Tisch versammelt und teilen Lammbraten, Brot und Wein miteinander. Christus hat zwar einen Heiligenschein, der ihn ein wenig separiert. Schultern stoßen an Schultern, und selbst Judas, der im Vordergrund sitzt … würde, wenn man in diesem Augenblick ein freundliches Wort an ihn richtete, die dreißig Silberlinge zu Boden fallen lassen oder zur Beteiligung an den Kosten für das gemeinsame Mahl auf den Tisch legen.“
Das Bild hat uns mit Hilfe des Augenöffners von Saramago berührt. Innige Gemeinschaft mit Jesus und untereinander beim Mahl am Tisch des Herrn. Und Judas bräuchte nur ein freundliches Wort, damit er sich verändern kann. Das geht uns nach.
Da freuen wir uns wieder auf Kurse mit Stufen des Lebens, auf innige Gemeinschaft und miteinander um Judas werben.
Herzliche Grüße Ihr und Euer Hans-Martin Steffe

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