Reliphon

Erwartungen haben - Erwartungsvoll sein ()

Isabel Prinzessin z Löwenstein, 22. Juni 2020
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

RELIPHON vom 22.06.20

ERWARTUNGEN HABEN
ODER
ERWARTUNGSVOLL SEIN

Ist es nicht ein Glück, das erste Mal sein erstes Enkelkind auf dem Arm zu haben? Vielleicht hat ja der ein oder andere diese Erfahrung bereits gemacht oder davon gehört?
Ja, das ist es, uneingeschränkt. Mir ging es gerade so bei meinem ersten Besuch bei meiner Tochter und ihrem Sohn, aber tatsächlich nicht von Anfang an.

Was dies als Großmutter/Mutter/Schwiegermutter innerlich auslöste, hätte ich vorher nicht gedacht.
In wahrlich zutiefst erschütternden Momenten in meinem Inneren entdeckte ich, dass meine Freude, Dankbarkeit, Liebe rein äußerlich, wie eingesperrt waren. I
m Anschauen, Fühlen und dann glücklicherweise auch Benennen entdeckte ich, dass dies die Erwartungen waren, die ich an mich als liebevolle Großmutter fürsorgliche Mutter und weise Schwiegermutter und auch perfekte Wochenpflege stellte.

Kennen Sie das: die Erwartungen, die wir an uns, oft auch an andere stellen? Sie ersticken Leben, Liebe, Freiheit und Kreativität. Sie überfordern uns und andere völlig.
Es war für mich wichtig, den Wurzeln dieser Erwartungen, auch alten Erfahrungen nachzugehen.

Dazu kommt noch: eigentlich weiß ich doch, dass ich ein von Gott geliebtes Kind bin, einfach sein darf! Im Kopf ja, aber das Herz?
Es war ein Ringen.
Mein Gebet war immer wieder: ich lasse dich nicht du segnest mich denn. Ich sehnte mich danach, wieder in die Freiheit des geliebten Kindes hineinzufinden, befreit von den Erwartungen.

Und wirklich, im Beten, Aussprechen und dann auch im Gespräch Benennen, wurde ich frei. Ganz frei, es war ein pfingstliches Erlebnis. Und von dem Moment an konnte ich alle und alles mit ganzer Freude und Freiheit genießen.

Zu Hause höre ich dann in einer Pfingstpredigt diese Worte aus dem Galaterbrief Kapitel 4, Vers 6 und 7:

Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater!
So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.

Welch wunderbare Zusage für uns alle.
Wir sind durch den Geist hineingeliebt in die Beziehung zu Gott als dem Vater, so wie wir sind. Somit dürfen wir ganz erwartungsvoll im Vertrauen diese Liebe leben und weitergeben.
Wie der kleine Enkel sich auch in die Liebe zu den Eltern fallen läßt.

Möge diese Erfahrung uns und damit auch andere immer wieder neu beglücken und entzünden für die Liebe Gottes.

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