Reliphon

Der dreifache Segen ()

Hans-Martin Steffe, 15. Juni 2020
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon, 15.-21.06.2020
Der dreifache Segen

„Der HERR segne dich und behüte dich;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“
Mit diesem dreiteiligen aaronitischen Segen beenden wir die Gottesdienste in der evangelischen Kirche. Martin Luther hat das eingeführt. Einst hatte Gott in der Wüstenzeit diesen Segen Mose gegeben und ihn aufgefordert, dass er ihn an Aaron und seine Söhne weitergibt. Mit diesem Segen sollen sie das Volk Israel segnen. Der aaronitische Segen ist der Höhepunkt des „Seins in der Wüste“ hat Gerhard Begrich in seiner neuen Übersetzung vom 4. Buch Mose geschrieben. Mit dem Untertitel: „Zwischen Verzweiflung und Hoffnung“. Der aaronitsche Segen wurde bewahrt, weil er sich bewährt hat. Darauf setze ich auch in unserer Zeit mit Corona.
Der aaronitische Segen ist ein wunderbarer Segen. In ihm ist alles enthalten, was wir zum Leben und Überleben brauchen: Schutz, Gnade und Frieden.
Schutz auf allen Wegen und vor allem Bösen. Damit kann man seine Kinder auf den Schulweg schicken oder seinen Liebsten für eine Reise verabschieden. Segnen können wir uns auch in unseren Ehen und Freundschaften. Wir dürfen den Namen des dreieinigen Gottes auf einen Menschen legen. „Gott behüte dich“ ist viel mehr als der Wunsch: „Bleib behütet!“
Im zweiten Glied dieses dreiteiligen Segens empfangen wir die Gnade Gottes, sein herzliches Erbarmen und Vergebung. Die Gnade Gottes ist in Jesus Mensch geworden, hat unter uns gelebt und sich für uns hingegeben. Wenn wir im Segen die Gnade Gottes empfangen, können wir einander und uns selbst annehmen. Die Gnade rechnet das Böse nicht an. Sie hält Schuld nicht fest, sondern löst und befreit.
Das Ziel des Segens nennt das dritte Glied: den Schalom. Das letzte Wort im aaronitischen Segen heißt: Schalom, Friede. „Der Friede ist das Siegel aller Segnungen. Schalom ist Heimkehr ins Paradies“, schreibt Gerhard Begrich. Schalom heißt in versöhnten Beziehungen leben, mit Gott, miteinander, mit seiner Schöpfung und mit uns selbst.
Die Fülle des Segens Gottes bekomme ich am Ende jedes evangelischen Gottesdienstes zugesprochen. „Der HERR segne dich“ meint mich ganz persönlich. Im Segen spricht Gott mich selbst an. Ich bin gemeint. Mich nimmt der lebendige dreieinige Gott ernst. Ich bin ihm seinen Segen wert. Darauf will ich setzen, gerade auch in unseren und meinen Wüstenzeiten.
Schalom, Gott behüte dich,
Ihr und Dein Hans-Martin Steffe

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