Reliphon

„Nichts nimmt mir meinen Mut“ ()

Hans-Martin Steffe, 25. Mai 2020
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon, 15.05. bis 07.06.2020
Willkommen beim Reliphon,
„Sich öffnen für Gottes guten Geist, den ‚hochgeliebten‘, das ist ein unentbehrliches Stück christlicher Lebenskunst“, schreibt Reinhard Deichgräber in seinem Büchlein zu Liedern von Paul Gerhardt mit dem Titel:c. Eines dieser Lieder ist das schöne Pfingstlied, im Evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 133:
Zieh ein zu deinen Toren, sei meines Herzens Gast,
der du, da ich geboren, mich neu geboren hast,
o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes,
mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist.
Wer ist denn der Heilige Geist und was bewirkt er? Das umschreibt Paul Gerhardt in einem betrachtenden Gebet zum Heiligen Geist und spricht ihn selbst an. In vier Strophen. Die beginnen alle mit „Du bist“. „Du bist das heilig Öle, damit gesalbet ist mein Leib und meine Seele, dem Herren Jesu Christ.“ Und: „Du bist ein Geist der Freuden“. Und: „Du bist ein Geist der Liebe“.
Mir macht eine dieser „Du bist“ - Strophen besonders Mut, auch in der jetzigen Corona-Zeit:
Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll:
dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl,
es steigt zum Himmel an, es lässt nicht ab und dringet,
bis der die Hilfe bringet, der allen helfen kann.
Der Heilige Geist leitet mich zum rechten Beten an. Mich an Jesus festhalten. Gott loben auch in schwierigen Zeiten. Aber noch viel wichtiger ist mir, dass der Heilige Geist uns im Gebet vertritt. Und dass er mit seinen Bitten zum Himmel durchdringt, zum Vater.
Diese Strophe ist wie eine Auslegung von Römer 8,26. Da schreibt Paulus vom Heiligen Geist: „Desgleichen hilft der Geist unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt, sondern der Heilige Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichem Seufzen.“ Das ist doch tröstlich. Wenn mir die Worte fehlen, wenn ich sprachlos bin, wenn mein Glauben schwach ist und mir die Kräfte ausgehen, dann ist da immer noch und immer mehr der Heilige Geist. „Der lässt nicht ab und dringet, bis der die Hilfe bringet, der allen helfen kann.“
Paul Gerhardt hat dieses Lied am Ende des dreißigjährigen Kriegs geschrieben. Die zweite Hälfte des Liedes ist selbst ein drängendes Bittgebet. Gott soll eingreifen, sich erheben und steuern „dem Herzleid auf der Erd“ und die Menschenherzen wieder zum Frieden und zur Liebe hinwenden. Zu so drängenden Bitten kann uns der Heilige Geist auch heute ermutigen.
Lassen wir ihm einfach mehr Raum in unserem Beten und Leben.
Ihr Hans-Martin Steffe

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