Reliphon

Sehen und gesehen werden ()

Damaris FriedrichDamaris Friedrich, 4. Mai 2020
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Relifon am 4.5.2020
Sehen und gesehen werden
Letzte Woche im Relifon hatte ich meine Gedanken zu einem Lied mit Ihnen und Euch geteilt. Dieses Lied hat einen einfachen, schnell eingängigen Text und geht doch beim näheren Betrachten eigentlich ganz schön tief. Wer nochmal nachlesen oder nachhören möchte, kann dies auf unserer homepage tun.
Jesus, wir heißen dich willkommen, du bist in unsrer Mitte, wir wollen dir begegnen – so beginnt das Lied – einladend, feststellend, dass ER da ist. Und dann?
Ja dann singt man: Wir wollen seh’n wie du wirklich bist, komm in deiner Kraft, komm in deiner Macht.
Sehen wie du wirklich bist.
Gesehen werden - das ist ein Wunsch den jeder in sich spürt, eine Sehnsucht – ......aber auch eine Sehnsucht, die mit Angst verbunden sein kann. Ich will gern gesehen werden, also wirklich angesehen werden, mit Augenkontakt, ohne dass nebenher etwas anderes läuft im Radio, Fernsehen oder auf dem Handy - auch gern verbunden mit einer liebevollen Berührung, eben so, dass ich spüre: ich bin gemeint – ABER ich habe auch manchmal Angst davor, denn dann sieht man ja auch die Seiten, die mir selbst nicht so gut an mir gefallen, die ich gern verstecke.
Trotzdem, wer sich traut, der erlebt, dass GESEHEN werden von Jesus immer im Guten endet. Nämlich im Spüren seiner Liebe.
Aber hier geht es nicht um das Gesehen werden, sondern um das „Jesus sehen“. Sehen wie ER wirklich ist.
Für den Gottesdienst am letzten Sonntag hatte ich eine Umfrage gestartet: Wie ist Jesus? Die Teilnehmenden durften 5 Eigenschaften anklicken, die sie spontan ansprechen und es war spannend, wie viele verschiedene Beschreibungen angeklickt wurden.
Wie würden Sie, würdest Du ihn mit 5 Worten beschreiben?
Ich glaube dass gerade in dieser Corona-Zeit unsere persönliche Charakterbeschreibung von Jesus, die wir über viele Jahre entwickelt haben, entscheidend ist für unser Durchleben dieser Krisenzeit. Wenn ich Jesus als fürsorglich erlebt habe und an dieser Eigenschaft festhalte, dann kann ich getrost in den Tag gehen, wissend, dass ER für mich sorgt und die Angst weicht zurück. Wenn ich Jesus als autoritär beschreibe, dann kann ich es entweder mit der Angst zu tun bekommen – weil er über mich bestimmt - oder auch entspannen im Wissen, dass er alles regelt. Jeder erlebt es anders. Diese Zeit ist eine Chance seine selbstgemachten Charakterbilder von Jesus zu entdecken. Doch da wollen wir nicht stehen bleiben. Diese Bilder wollen wir ihm hinhalten, mit ihm gemeinsam anschauen, auf dass er sie sieht, mich darin ansieht und diese dann verwandelt – so dass ich ihn sehen und ihm begegnen kann, wie er wirklich ist. Lasst uns auf Verwandlungsreise gehen.
Eure Damaris Friedrich

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