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Reliphon

Wir können beten ()

Hans-Martin Steffe, 23. März 2020
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon – 23.03.2020 – Wir können beten
Willkommen beim Reliphon!
Wir leben in einer kritischen Zeit. Das haben wir in Deutschland seit 75 Jahren nicht erlebt, dass die Gottesdienste abgesagt werden. Dass Schulen und Kindergärten geschlossen sind, alle Veranstaltungen ausfallen. Familien unter sich bleiben sollen. Konzerne dichtmachen.
So etwas haben wir noch nicht erlebt. Wir sind an großzügige Freiheiten gewöhnt.
Aber diesmal hat es uns und ganz Europa erwischt. Der Virus macht an den Grenzen nicht Halt. Er trifft auch nicht nur die Ärmeren und Armen. Auch unser reiches Land. Das verunsichert. Niemand kann vorhersagen, wie sich die Gesundheitslage in der nahen Zukunft entwickeln wird.
Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens müssen ernst genommen werden. Wir alle sind herausgefordert, müssen unfreiwillig innehalten in der Passions- und Fastenzeit. Das Leben begrenzen. Auf vieles verzichten. Intensivfasten eben.
Was können wir Christenmenschen in dieser Ausnahmezeit beitragen gegen Sorgen und Ängste? Wir teilen sie doch auch. Waltraud Mäschle, die Erfinderin von Stufen des Lebens, war in ihrer ersten großen Krise durch das Aufbrechen ihrer Krebserkrankung von Eltern gefragt worden, wie es ihr jetzt gehe und ob der Glaube ihr helfe. Sie hat geantwortet: „Ich habe Schmerzen. Ich habe Angst. - Aber ich kann beten“.
Das ist unser Vorrecht. Und das ist unser Auftrag. Wir dürfen und sollen beten. Wir rechnen mit dem lebendigen Gott, mit dem himmlischen Vater, mit dem von den Toten auferstandenen Jesus. Und wir beten nicht allein.
Paulus schreibt im 8. Kapitel des Römerbriefs: „Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater.“
Paul Gerhardt, der Pfarrer und Liederdichter in den schlimmen Zeiten des 30-jährigen Kriegs, hat diesen Vers persönlich übernommen und weitergedichtet in einer Strophe seines Lieds: „Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich.“ Da schreibt er:
Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn,
vertreibet Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin;
gibt Segen und Gedeihen, dem, was er in mir schafft,
hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft.
Wir sind nicht allein. Wir können beten. Mut fassen und andere ermutigen. Uns einsetzen für die, die uns brauchen. Anteil nehmen am Leid anderer. Eben mitmenschlich leben.
Seien Sie herzlich gegrüßt
Ihr Mitbeter Hans-Martin Steffe

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