Reliphon

„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ ()

Hans-Martin Steffe, 13. Januar 2020
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon – 13.-19.01.2020 – Jahreslosung (Markus 9,24)

Willkommen beim Reliphon!
„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Das ist die Jahreslosung fürs neue Jahr. Sie ist fürs ganze Jahr ausgerufen worden. Bei Stufen des Lebens können wir uns ein ganzes Jahr lang mit ihr beschäftigen. Sie gehört nämlich zum neuen Kurs zum Gebet. Dazu gibt es in diesem Jahr Multiplikatorenkurse, Kursleitertagungen und Kurse an vielen Orten in unserem Land.
„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Mir sind die Worte vertraut. Das kenne ich. Manchmal fällt mir das Glauben schwer. Wem kann ich denn wirklich glauben? Wer sagt die Wahrheit, auch wenn ihm das Nachteile bringt? Der Glaube hat es in unserer Zeit nicht leicht. Und erst recht nicht der Glaube an Gott. Der kommt im Alltag der Gesellschaft nicht vor. Oder höchstens an den Rändern oder wenn jemand selbst von Not getroffen ist.
„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Das ist ursprünglich ein Schrei aus tiefster Not. Das erzählt der Evangelist Markus in einer volkstümlichen Geschichte. Ein Vater ist verzweifelt über die schreckliche Krankheit seines Sohnes. Er sieht Dämonen am Werk. Wenn der Sohn einen seiner häufigen Anfälle bekommt, gerät er in Gefahr, dass er in den offenen Brunnen stürzt oder in das offene Herdfeuer fällt. Er scheint richtig gehend einen Drang dazu zu verspüren, wenn ihn sein Anfall überfällt. Der verzweifelte Vater wendet sich an die Jünger Jesu. Die können ihm aber auch nicht helfen. Stattdessen geraten sie mit den Schriftgelehrten in ein unfruchtbares Streitgespräch. Als Jesus dazu kommt, fleht der verzweifelte Vater ihn an, seinem Sohn zu helfen, wenn er es kann. Und dann stockt mir der Atem, was Jesus ihm zur Antwort gibt: „Alle Dinge sind möglich dem, der glaubt.“ Da schreit es aus dem Vater heraus, Da kann er nicht mehr gelassen bleiben: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“
Bei unserem neuen Kurs von Stufen des Lebens zum Gebet werden wir dieser Geschichte als unserer eigenen Schritt für Schritt nachgehen. Wir werden nicht distanziert über Möglichkeit und Unmöglichkeit der Befreiung von Gebundenheit diskutieren. Wir werden die Geschichte betend abschreiten. Angesichts unserer Zweifel und unserem fehlenden Vertrauen zu Jesus und seinen Möglichkeiten, wollen wir uns einüben und Jesus vor die Füße legen, was uns zum Verzweifeln bringt. Wir üben uns immer wieder neu ein ins Vertrauen auf unseren lebendigen Gott.
Ich bin gespannt, was wir mit dieser Geschichte und mit Jesus im neuen Jahr erleben werden. Sie steht im Markusevangelium Kapitel 9. Eine gute Entdeckungsreise wünsche ich uns mit der Jahreslosung: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“
Seien Sie herzlich gegrüßt
Ihr Hans-Martin Steffe

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