Reliphon

Sanftmut und Demut – zwei starke Worte entdecken ()

Hans-Martin Steffe, 14. Oktober 2019
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon 14.-20.10.2019
Sanftmut und Demut – zwei starke Worte entdecken

Willkommen beim Reliphon!
Es gibt Schlüsselerlebnisse im Leben, die vergisst man nicht mehr. Ein solches Schlüsselerlebnis in meinem Leben liegt schon lange zurück. Alle fünf Kinder zwischen drei und vierzehn Jahren saßen am Esstisch. Es ging wieder einmal laut her. Ich war genervt, sprang auf, stieß dabei den Stuhl um und herrschte die Fünf laut an: „Wenn’s jetzt keine Ruhe gibt, dann setzt‘s was.“ Schlagartige Stille. In diese Stille hinein sagte unsere damals achtjährige Tochter ganz ruhig: „Papa, das musst du dir noch abgewöhnen.“
Mir geht die Szene bis heute nach. Ich stieß damals auf ein bekanntes Wort von Jesus und das ging mir ganz neu auf: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“
„Sanftmütig“ ist nicht „leisetreterisch“. „Sanftmütig“ kommt in unserer Sprache von einer Bedeutung her, die meint etwas wirklich Starkes. „Sanftmütig“ ist die Fähigkeit, eine Gruppe unterschiedlicher Menschen zusammenzuhalten, ohne dass man Gewalt anwendet. Das hat mich begleitet in meinen vielfältigen Leitungsaufgaben.

Was mir dabei geholfen hat, ist Jesus und seine Schule. Er hat alle zu sich gerufen, die mühselig und beladen sind, um sie zu erquicken. Da höre ich Jesus zu mir sagen: „Du darfst aufleben, du musst dich nicht herunterdrücken lassen, weder von den Einreden anderer noch von den deinen. Du darfst zu mir kommen wie du bist. Aber das ist nicht alles. Das ist nur der erste Schritt. Der andere heißt: Du musst nicht so bleiben, wie du bist. Du kannst dich verändern lassen in meiner Nachfolge.“
Das habe ich bei Stufen des Lebens gelernt: Du darfst kommen, wie du bist, aber du musst nicht so bleiben, wie du bist.
Bei Jesus in die Schule gehen heißt, dass ich mich ihm anvertraue und von ihm lerne. Sanftmut und Demut. Nicht leisetreterisch auftreten und mich nicht klein machen. Demut ist Mut zum Dienen. Das braucht starke Personen und die Gewissheit, die Frieder Gutscher in einem Lied so ausdrückt:
„Du bist ein Königskind
dessen Wege heilig sind
dessen Würde ewig besteht
in dem der König lebt.“
Sanftmut und Demut. Ich übe noch. Ich lerne bei Jesus. Und wenn ich es wieder nicht schaffe, sage ich es ihm. Er ist und bleibt sanftmütig und demütig. Bei ihm darf ich mich bergen. Und Sie auch, Ihr Hans-Martin Steffe.

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