Reliphon

Du darfst kommen, wie du bist. ()

Hans-Martin Steffe, 9. September 2019
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon für 9.-16.9.2019
„Du darfst kommen, wie du bist.“ Das ist eine schöne Einladung. So erlebe ich Stufen des Lebens. In jedem Kurs, an dem ich teilnehme, bin ich erwartet. Der Raum ist gerichtet. Ein Stuhl steht für mich auch schon da. Ein Bodenbild in der Mitte des Stuhlkreises macht mich neugierig. Was kann ich entdecken? Was spricht mich an? Was macht Mut? Was reizt zum Widerspruch? Ich darf da sein, wie es für mich stimmt. Einfach nur schauen und hören. Wenn ich möchte, wenn es mich drängt, kann ich mich äußern. Ich kann sagen, was mir wichtig ist, was mir aufgeht. Ich darf meine Sicht, meine Meinung einbringen. Die wird stehen gelassen. Aber ich werde nicht stehen gelassen.
Bei Stufen des Lebens ist mir ein Wort von Jesus ganz neu aufgegangen: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Da spüre ich es, ich darf kommen, wie ich bin. Jesus muss ich nichts vormachen. Vor allem darf ich kommen, wenn ich belastet bin, wenn ich mich überfordert fühle. So ist es bei Stufen des Lebens. Ich darf meine Belastungen mitbringen. Sie dürfen zur Sprache kommen. Sie werden im Gebet aufgenommen und vor Gott ausgesprochen. Am Ende des Abends gehe ich oft entlastet und getröstet nach Hause. Ich spüre, ich muss meine Sorgen und Ängste nicht allein tragen. Ich darf loslassen.
Mit den Mühseligen und Beladenen meint Jesus besonders die Menschen, die unter einem übergroßen Erwartungsdruck stehen. In seiner Zeit hat Jesus das den Theologen und den frommen Leuten vorgeworfen, die von anderen viel zu viel fordern und ihre Regeln selbst nicht einhalten.
Zu entdecken, wo ich überfordert werde von anderen oder wo ich mich selbst überfordere, da helfen mir die Kurse von Stufen des Lebens. Da werde ich ermutigt genau hinzuschauen und hinzuhören, wer mich überfordert oder welche „Stimme in mir“ mir einredet, dass ich nicht genüge.
Diesen Unterdrückern nachgehen, kann sehr schmerzhaft sein. Die Unterdrücker anschauen, ist ein erster Schritt, sie los zu werden. Das eigentlich Befreiende, aber ist die Einladung Jesu. Meine Lasten, meine Überforderungen darf ich zu ihm bringen. Und dann steht da im Deutschen ein wunderbares altes Wort: „Ich will euch erquicken.“ Erquicken wie eine Quelle in der Hitze. Jesus stillt unsere tiefe Sehnsucht nach frischem, blühendem, fruchtbarem, quicklebendigem Leben. Eine köstliche Verheißung. Mir und dir von Jesus zugesprochen.
Euer Hans-Martin Steffe

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