Reliphon

Loslassen ()

Damaris Friedrich, 26. August 2019
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Relifon am 26.8.2019

Loslassen... dieses Wort klingt doch eigentlich so gut. Ich glaube, die meisten von uns haben beim ersten Hören dieses Wortes ein positives Gefühl im Bauch gespürt... ein befreiendes Gefühl. Vielleicht auch ein freudiges Gefühl? Mir kommt bei diesem Wort ein strahlend blauer Himmel vor Augen und ich sehe, wie viele bunte Luftballons hochsteigen, sich aufmachen, frei sind, um neue Wege zu suchen – als Symbol für ein neues Glück. Ich sehe die lachenden und freudigen Gesichter – sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen jeglichen Alters – so ein Loslassen bei einem Luftballonstart ist eine tolle Sache. Oder mir kommt ein Bootssteg vor Augen, an dem ein Ruderboot angebunden ist – der Knoten wird gelöst und das Boot fängt an übers Wasser zu gleiten, leichte Wellen bewegen sich vom Boot davon. Loslassen – hat was Befreiendes. Und doch hatte Loslassen für mich vor ein paar Tagen etwas sehr Beängstigendes. Ich durfte meine Tochter, 10 Jahre alt , loslassen – auf ein Zeltlager. Wir beide freuten uns und waren gespannt darauf, was diese Reise wohl alles Schönes und Aufregendes im Gepäck hat. Das erste Mal für eine Woche weg von zu Hause sein, mit Kindern und lustigen Erwachsenen unterwegs sein, Spaß haben und sich selbst auch kennenlernen. Und dann kam der Schock - ein Hautausschlag am ganzen Körper, heiß und brennend, die Nesselsucht kam und ergriff ihren Körper und auch meinen mit der Angst – Angst wie das wohl werden wird? Kommt sie alleine zurecht? Sorgen sich die Mitarbeiter gut genug um sie? Wird sie es aushalten, alleine, wenn es juckt und niemand da ist, der einen so gut kennt, wie einen seine eigenen Eltern kennen?
Loslassen – plötzlich gar nicht mehr so ein positives Gefühl, sondern ein bedrohliches, einengendes – obwohl es doch zur Freiheit führen soll..
Ich habe losgelassen, sie ziehen lassen und habe seit 3 Tagen nichts von ihr gehört. Sie hat mich losgelassen, vertraut darauf, dass wir als Eltern alles gut mit ihr vorbereitet haben und dass die Menschen, die nun um sie sind, sich gut kümmern.
Und so habe auch ich mich entschlossen, meinem Vater im Himmel zu vertrauen, dass er sich um alles gut gekümmert hat, alles gut vorbereitet hat und dass wenn wir loslassen, wir niemals tiefer fallen, als in seine Hand - auch wenn wir manchmal ziemlich tief hinunterfallen müssen. Ich habe mir am Tag des Loslassen immer wieder zugesprochen, dass Gott in meiner Angst da ist, dass er mich in seiner Hand hält und auch meine Tochter und dass ich jetzt loslassen darf. Ich musste es mir immer wieder sagen, bis es Bestand hatte – aber es gilt für mich und für Sie, was David in Psalm 139 singt: Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Und ich glaube auch unter mir – also - Lassen wir los!
Damaris Friedrich

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