Reliphon

Was hält mich mitten in der Wüste? ()

Traudel KrauseTraudel Krause, 1. April 2019
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon für den 1.4.2019
Was hält mich mitten in der Wüste?
Ich liege im Bett – unruhig – mitten in der Nacht bin ich aufgewacht, kein Schlaf will sich einstellen. Ich bin unruhig, wie immer vor einer Reise. In der Frühe wollen wir aufbrechen zu einem kurzen Urlaub in die Negev- Wüste Wir gehen heraus aus dem Gewohnten. Die Unruhe nimmt zu, bis wir endlich im Flugzeug sitzen.
Angekommen finde ich die Wüste furchteinflössend. Mein Mann findet sie beeindruckend. Ich sehe nur die Lebensfeindlichkeit. Nur Steine, Geröll und Sand. Beim Wandern sehe ich dann doch ein paar grüne Fleckchen mit wenigen Gräsern und vereinzelt sogar Blümchen. Und bei genauem Hinsehen gibt es doch Leben. Einige Vögel sehe und höre ich. Aber ich fühle mich verloren hier.
Wir sind herausgegangen aus dem Gewohnten. Aus dem, worin wir wohnen. Und ich merke, was mir sonst Halt gibt, was mich hält. Die Strukturen des Tagesablaufs, die Heimat, den Mann, die Familie, Kinder, Enkel, Freunde, Pflichten, gemeinsame Mahlzeiten , die Struktur der Spiritualität. Bei diesen Gedanken merke ich, wie schwer es ist, einen von diesen Faktoren zu verlieren. Durch eine Krankheit, durch Fremde oder durch einen Todesfall. Beziehung ist das , was mir Halt gibt. Eingebunden in ein Beziehungsnetz bin ich gehalten. Das Beziehungsnetz mit dem stabilen Faden nach oben, zum Vater im Himmel, der das ganze Netz hält.
Wie mag es den Israeliten ergangen sein auf ihrem Weg heraus aus der Knechtschaft. Wie schwer ist die Ohnmacht in der Wüste zu ertragen. Wo bitteschön soll es hier Wasser geben, wo etwas zu essen? Die Angst ist doch fast nicht aus zu halten. Man ist herausgezogen aus dem Gewohnten, aus Ägypten. Darin hat man gewohnt, sich daran gewöhnt, so schlimm die Sklaverei auch gewesen war.
Und auch mit Mose kann ich fühlen. Er hängt dazwischen. Gott hat ihn beauftragt, das Volk herauszuführen. Aber wo und wie soll er genügend Futter für Mensch und Vieh finden in dieser Einöde?? Und was hält ihn, mitten in der Wüste?
Was ihn hält, ist auch das, was mich hält. Es ist die Zusage Gottes, das was ER mir zuspricht:
Ich bin bei dir, ich bin für dich da, ich halte dich bei deiner rechten Hand und nehme dich am Ende mit Ehren an.
Es ist die Nacht vor unserem Heimflug. Wieder bin ich unruhig, finde keinen Schlaf. Hoffentlich klappt alles, hoffentlich finden wir die Central Busstation, hoffentlich bringt der Bus uns rechtzeitig zum Flugzeug, hoffentlich……..Das einzige was mir hilft ist , dass ich mit meinem Atem zum Vater im Himmel rufe:
Du bist bei mir, du hältst mich bei meiner rechten Hand und nimmst mich am Ende mit Ehren an.
Und übrigens: Wir sind gut zuhause angekommen.
Seid herzlich gegrüßt in die neue Woche hinein von Eurer Traudel Krause

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