Reliphon

Jahreslosung Teil 1 ()

Hans-Martin Steffe, 18. März 2019
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon 18.-24.03.2019 Jahreslosung Teil I
Hans-Martin Steffe
Willkommen beim Reliphon!
Kennen Sie das auch? Sie haben etwas verlegt und Sie suchen danach. Sei es der Hausschlüssel, der Geldbeutel oder die Papiere. Bei mir sind es manchmal auch die Unterlagen für eine Predigt. Fieberhaft suche ich. Wenn ich intensiv suche, wende ich meinen Kopf mal hierhin und mal dorthin. Ich schweife mit den Augen über den Schreibtisch, durchs Wohnzimmer oder im ganzen Haus herum. Manches packe ich an und hebe ich hoch. Hat es sich vielleicht verschlupft? Das Haus verliert doch nichts, denke ich. Wenn ich es aber lange nicht finde, meine ich doch: Das habe ich verloren.
Das kommt mir in den Sinn, wenn ich an die Jahreslosung denke:
„Suche den Frieden und jage ihm nach!“
Zuerst: Suche den Frieden! Also, der Frieden kann sich verstecken. Unter dem vielen, was mich so beschäftigt, was mich ganz unruhig macht. Wenn mich etwas umtreibt, wenn ich nicht richtig bei mir selbst bin, dann lebe ich nicht im Frieden. Wenn jemand es mit mir nicht gut meint, dann macht mich das unruhig. Dann kann ich sogar unleidlich werden. Ich brause auf. Ich sage ein böses Wort. Der Haussegen hängt dann schief. Und der Frieden hat sich versteckt. Ich habe ihn verloren.
Gott sei Dank, fällt mir das nach einiger Zeit auf. Es macht mich unruhig. Vielleicht erst am Abend bei der 5. Bitte des Vaterunsers: „Und vergib uns unsere Schuld!“ Wo bin ich am Frieden schuldig geworden? Wo ist er mir verloren gegangen? Mit wem habe ich mich gestritten und habe den Frieden beschädigt? Und der Frieden hat sich versteckt.
Die Jahreslosung besteht aus zwei Aufforderungen: Suche den Frieden und jage ihm nach!
Ich bleibe beim ersten Auftrag: Suche den Frieden! Wie geht das? Im Psalm 34 steht diese Aufforderung im Zusammenhang mit:
„Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.
Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche den Frieden und jage ihm nach!“
Dem Frieden diene ich, wenn ich Gutes tue und mich dem Bösen verweigere. Auf meine Zunge will ich achthaben. Bevor ich überschnell reagiere, einen Augenblick innehalten. Den anderen segnen, bevor ich antworte. Aber wenn es dann doch wieder rausrutscht, das verletzende Wort: Den anderen um Entschuldigung bitten. Gott auch. Ich habe seinem Frieden geschadet.
Ich will mich erinnern lassen. Der Friede ist eine Gabe Gottes. Jesus spricht den verängstigten Jüngern als der Auferstandene seinen Frieden zu. Bevor ich den Frieden suche, sucht er mich. Jesus sucht mich heim mit seinem Frieden. „Meinen Frieden gebe ich euch“, hat er zu seinen Jüngern und Jüngerinnen gesagt. Das möchte ich mir immer wieder von ihm zusprechen lassen.
Schalom, der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.
Das wünsche ich Ihnen und mir, Ihr Hans-Martin Steffe.

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