Reliphon

Fastenzeit ()

Traudel KrauseTraudel Krause, 4. März 2019
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon für den 4. März 2019 Fastenzeit
Noch bis Mitte der Woche tönt uns aus allen Kanälen die Faschingsmusik entgegen. Noch sind die tollen Tage in vollem Schwung. Aber am Mittwoch steht über den Herrnhuter Losungen: “Beginn der Passionszeit.“ Die Tage bis Ostern sind gezählt und es beginnt eine Zeit der Einkehr. Manche machen „7 Wochen ohne“ und verzichten auf Manches. Zum Beispiel 7 Wochen ohne Lügen und Halbwahrheiten. Andere verzichten 7 Wochen auf Schokolade oder andere Annehmlichkeiten, die das Leben versüßen.
Ich will den Fokus darauf richten, warum wir das tun. Ich selbst will bis Ostern mehr Raum haben für das Gebet, mich darauf konzentrieren ein offenes Ohr zu haben für die Impulse des Geistes Gottes. Für die Impulse direkt vom Himmel her.
Auf manches verzichten und den eigenen Tempel reinigen – mich vorbereiten auf Ostern – die Passionszeit bewusst erleben.
Ab Mittwoch ist die Wende. Von den Faschingskrapfen und Fasnetsküchle, in Fett herausgebacken – zum kargeren Fastenmahl. Viele Traditionen, die unsere Vormütter und Vorväter noch wussten, sind uns verlorengegangen. Wir wissen vielleicht noch, dass am Karfreitag kein Fleisch gegessen wird oder dass das Fleisch im Nudelteig versteckt wird. Aber darüber hinaus ist uns das Wissen über viele Traditionen verloren gegangen.
Das ist auch die Chance, ganz neu Möglichkeiten zu finden, die Passionszeit zu gestalten. So, dass es mit meinem Alltag und seinen Anforderungen vereinbar ist.
Ziel ist es, dass ich für mich Hilfen entwickle, mich auszurichten auf das große DU, dass ich anfange zu dürsten nach Gottes Wort und nach seiner Gegenwart, dass ich wie im Psalm 42 beschrieben, schreie wie der Hirsch nach frischem Wasser und hungere nach dem Brot des Lebens.
In der frühen Kirche wurde die Geschichte des Auszugs des Volkes Israel aus der Knechtschaft in Ägypten immer in der Osternacht gelesen. Durch eine 40 tägige Fastenzeit bereitete man sich auf Ostern vor. Der Weg des Volkes Israel aus Ägypten ist ein Urbild der Befreiung. Ein Bild für unseren Weg zum wirklichen Leben, heraus aus der Fremdherrschaft im fremden Land hin zur Freiheit, zu dem Bild, das sich Gott von mir gemacht hat . So, dass ich fruchtbar bin, blühen kann, in Berührung bin mit meiner inneren Quell, dass ich ganz die Berufung lebe, die Gott mir zugedacht hat..
Auszug aus dem Bekannten, aus dem, was Halt gegeben hat. Auswandern aus den gewohnten Ess – und Trinkgewohnheiten um mehr Möglichkeiten zu haben für die Einkehr. Ich bin gespannt, wie es mir in den nächsten Wochen damit geht. Vielleicht lasst ihr Euch anstecken?
Eure Traudel Krause

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