Reliphon

Wovor muss ich mich fürchten?? ()

Traudel KrauseTraudel Krause, 18. Februar 2019
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon für den 18.2.2019
Wovor muss ich mich fürchten??
Untersuchungen haben ergeben, dass es zwei Fragen sind, die uns am stärksten beschäftigen.
Die erste: „Wovor muss ich mich fürchten“ und die zweite: „Wer hat Schuld?“
Ja, wir haben tiefliegende Ängste. Waltraud Mäschle sagte oft: „ An der Angst entzündet sich alles.“ Ist es bei Abraham eine tiefe Angst um sein Leben, bei Kain die Angst, keinen Platz mehr zu haben, wenn Abels Opfer angenommen wird und er scheinbar hintenrunter fällt, oder ist es die tiefe Angst, schuldig zu werden und dann keine Lebensberechtigung mehr zu haben? Ist es die tiefe Angst zu versagen und sich dann nicht mehr blicken lassen zu können? Eine tiefe Angst, zu wenig zu haben , zu kurz zu kommen und ohnmächtig da stehen zu müssen.
Wir spüren schon bei dieser kleinen Aufzählung, dass unsere Ängste mit unseren Bedürfnissen zusammenhängen. Was ist es, was ich am meisten brauche???
An dieser Stelle entzündet sich unsere Angst. Man kann es auch anders herum sehen. An meinen Ängsten erkenne ich, was mein größstes Bedürfnis ist.
An dieser Stelle sind wir empfindlich und verletzlich. An dieser Stelle schützen wir uns und passen auf, dass da nichts passiert.
Und wie gehe ich damit um, wenn ich an dieser Stelle verletzt wurde?
Ich denke an die Geschichte mit den zwei verlorenen Söhnen. Es könnten natürlich auch Töchter sein. Der eine ist in ein fernes Land gegangen, hat seine Träume ausgelebt und so sein Vermögen verprasst . Er ist am Nullpunkt angekommen. Wenn ich ihn recht fühle, hatte er schon immer das Gefühl zu wenig zu haben. Aber jetzt hat er garnichts mehr.
Wie er es macht, dass er sich umdrehen kann und wieder den Rückweg antreten??? Wie er es macht, den Stolz und das Gefühl, alles vermasselt zu haben, überwinden zu können?
Darauf kommt es nämlich an, nicht an dieser Stelle hocken zu bleiben!
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es hier einen Impuls direkt vom Himmel braucht. Im Text heißt es: „Er ging in sich und dachte, wieviel Tagelöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben…ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen…….“. Er fasst einen Entschluss gegen die alte Erfahrung. Das ist wichtig! Es ist eine Umkehrung und der erste Schritt hin zum Heimweg. Und er kommt zuhause an, der Vater umarmt ihn. Mit allem. Stinkend und abgerissen. Wenn der Vater mich umarmt, dann kann ich mich auch umarmen. Mit allem was zu mir gehört. Auch damit , dass ich schuldig geworden bin, unzulänglich bin, bedürftig bin, unvollkommen bin.
Ist das nicht die Voraussetzung dafür, Vergebung zu empfangen?
Machen wir uns auf und laufen in die offenen Arme des väterlich-mütterlichen Gottes
Eure Traudel Krause

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