Reliphon

Singalong, Mitmachen und Erleben ()

Traudel KrauseTraudel Krause, 31. Dezember 2018
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon für den 31.12.2018
Singalong, Mitmachen und Erleben
Mitmachen ist im Trend. Dass Mitmachen und Erleben ein Bedürfnis ist, das wissen wir bei „Stufen des Lebens“ schon lange. Aber jetzt habe ich beim Singen erlebt, wie stark die Erfahrung sein kann, welch tiefes Lernen sich dabei ereignet.
Spontan hatte ich Lust einer Einladung das Weihnachtsoratorium mitzusingen zu folgen. Die Zweifel, ob ich das überhaupt kann, wurden zerstreut. Na dann…..
Es war ein Sonntagspätnachmittag. Die Kirche war festlich geschmückt, das Orchester stimmte die Instrumente, die 4 Solisten nahmen ihre Plätze ein, die Chorsänger stimmten sich noch ein und der Dirigent ermutigte mit seiner herzlichen und einladenden Art. .Ich war freudig gespannt.
Im wahrsten Sinne mit Pauken und Trompeten begann es:….“.Jauchzet, frohlocket, auf preiset die Tage, rühmet was heute der Höchste getan! Lasset das Zagen, verbannet die Klage, stimmet voll Jauchzen und Fröhlichkeit an!“
Nicht nur einmal werde ich aufgefordert, die Klage zu verbannen und das Zagen zu lassen….
Das geht zu Herzen! Die Freude steht ganz am Anfang! Ich erlebe, dass ich ein Teil eines großen Ganzen bin. Es ist kein Drama, wenn ich nicht alle Töne singen kann. Das Orchester, die Sängerinnen der Kantorei und die vielen anderen, die heute Abend dabei sind, machen das locker für mich. Ich bin getragen! Ich darf mich einbringen mit dem was ich habe und die Gemeinschaft trägt und gleicht aus. Das will ich mitnehmen ins neue Jahr. Ganz tief!
Nach der Arie beginnt der Choral: „Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir? O aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier.“
Johann Sebastian Bach nimmt für diesen Choral die Melodie eines anderen Liedes von Paul Gerhard:
„O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt zum Spott gebunden mit einer Dornenkron,“ Das schwingt mit. Warum nimmt er die andere Melodie??
Ganz sacht weist er so darauf hin, dass der Gott, der in Christus ganz Mensch geworden ist und in der Krippe liegt, dass der bereit ist, sich in letzter Konsequenz für mich hinzugeben. Dass er bereit ist, stellvertretend für mich zu sterben. Einzig in der Wahl einer anderen Melodie weist Bach über Weihnachten hinaus auf Tod und Auferstehung, auf Ostern.
Mitmachen und erleben, Erkenntnisse gewinnen die tief gehen. Tiefer hören und achtsam wahrnehmen, was durch die Anstöße in mir mitschwingt. Das will ich mit ins neue Jahr nehmen.
So wünsche ich uns allen ein gesegnetes Jahr 2019 Der Herr ist mit uns mit seinem Segen und seiner Gegenwart!
Eure und Ihre Traudel Krause

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