Reliphon

1. Advent: Wie soll ich dich empfangen ()

Hans-Martin Steffe, 3. Dezember 2018
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Woche vom 1. Advent Paul Gerhardt:
Wie soll ich dich empfangen EG 11
Reliphon. Willkommen! Zum ersten Advent das wunderbare Adventslied: Wie soll ich dich empfangen? von Paul Gerhardt.
Mit drei Fragen ist das Lied gegliedert. Wie soll ich dich empfangen? Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Und: Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück?
Leben heißt, die richtigen Fragen stellen. Die nach dem lebenswerten Leben. Nach dem, der uns zum Leben befreit, und nach unserer Bestimmung. Wozu bin ich da?
Die entscheidende Frage in diesem Adventslied ist die zweite: Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Eine eröffnende Frage. Sie bringt mich selbst ins Nachdenken.
Was habe ich davon, dass Jesus in die Welt gekommen ist? Was empfange ich durch ihn? Und dann zählt das Lied auf:
Du hast mich froh gemacht. Du hast mich befreit aus dem, was mich gebunden hat. Du hast mich groß gemacht. Du schenkst mir Würde und Ehre. Es gibt andere in der Welt, die nehmen mir Würde und Ansehen. Für die bin ich bestenfalls Konsument oder nützlich.
Und dann folgt eine Strophe, die ist eine köstliche Liebeserklärung an Jesus:
Nichts, nichts hat dich getrieben vom hohen Himmelszelt
als das geliebte Lieben, damit du alle Welt
in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast,
die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast.
Das geliebte Lieben hat Jesus vom Himmel auf die Erde getrieben.
„Wir glauben nicht, dass Gott einen Sohn hat“, sagte ein Muslim zu mir. Ich habe geantwortet: „Wir glauben, dass Gott unser Leben auf Erden, zutiefst jammert, wie Menschen mit Menschen brutal umgehen. Das konnte er nicht mehr aus der Ferne mit ansehen. Darum ist er in Jesus zu uns gekommen. Dazu hat ihn sein Erbarmen getrieben.“
Advent heißt, Jesus empfangen und erwarten. Darum die Eröffnungsfrage in diesem Adventslied: „Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir?“
Also, wie stell ich mich auf Jesus ein? Wie bekommt er in meinem Leben seinen Platz und Raum? Der erste Advent sagt: Jesus ist in die Welt gekommen und ist erreichbar. Was uns bewegt, bewegt ihn auch. Darum müssen wir uns nicht sorgen, nicht verrückt machen lassen. Oder wie es die dritte Frage rhetorisch meint: „Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück. Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick.“
Das wunderbare Adventslied sagt eine Wirklichkeit an, die in unsere Realität hineinwirkt.
Wir sind nicht gottverlassen, nicht auf uns allein gestellt. Gott greift ein, wo wir ihn darum bitten. Gott ist im Kommen. Advent heißt Ankunft.
Darum lasst uns adventlich leben, Ihr Hans-Martin Steffe

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