Reliphon

Beten verändert alles ()

Traudel KrauseTraudel Krause, 15. Oktober 2018
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon 15.Oktober 2018 Beten verändert alles
Vor einigen Wochen habe ich von Dr. Eberhard Rieth berichtet. Er wollte wissen, ob es Gott gibt und betete: Wenn es dich Gott gibt, dann gib mir ein Zeichen deiner Existenz. Eberhard Rieth bekam sein Zeichen und sprang ins Vertrauen. Nach einigen Bewahrungen während des Krieges landete er in Sibirien in russischer Gefangenschaft.
Kälte und Hunger, Entbehrungen und Demütigungen gingen an die Substanz. Kaum Bekleidung, Schlafplatz eng gedrängt auf Brettern ohne Stroh oder sonstige Unterlagen, Arbeitsplatz Kalksteinbruch. Felsbrocken zerkleinern. Wecken 2 Uhr 30, Abmarsch 3 Uhr, Arbeitsbeginn 4 Uhr. Frühstück 8 Uhr. , dünne Hirsesuppe und ein Stück Brot. Mittags Hirsesuppe, Abends 20.00 Uhr Zählung bis zu 2 Stunden. Alle 10 Tage Ruhetag. Ich zitiere aus seinem Erleben:
„Ich war trotzig und bockig wie ein kleiner Junge. Warum hat Gott mir dieses Elend nicht erspart? Ich war in einer elenden Verfassung des Selbstmitleids und des Vorwurfs gegen Gott. In einer Mittagspause – ich saß auf dem Boden, meine dünne Hirsesuppe vor mir, überfiel mich plötzlich der Gedanke, dass eigentlich auch diese Mahlzeit etwas wäre, wofür ich dankbar sein könnte. Noch heute erlebe ich diesen Einfall als großes Geschenk. Gedacht - getan. Auf der Stelle ließ ich mich auf ein Dankgebet ein. Was nun geschah, ist mit Worten fast nicht zu beschreiben.. Der Unbegreifliche war plötzlich greifbar gegenwärtig mit einem unbeschreiblichen Frieden, einer in Worten nicht auszudrückenden Glückseligkeit, die von wunderbarer Musik begleitet wurde. Mir fehlte es an nichts. Trotz aller meiner Defizite und Nöte fühlte ich mich getragen und geborgen wie ein Kleinkind in den Armen seiner Mutter. Wie um das Erleben zu unterstreichen fand sich ein Kamerad mit dem ich beten konnte. Zudem kam ich neben einem katholischen Priester zu liegen, der ein neues Testament hatte. Nachts zwischen 22.30 und 2.30 Uhr lieh er es an Interessenten aus. Es brannte immer Licht, deshalb fand ich den wichtigen Vers für mich: „Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes. Weder Not noch Angst , Hunger, Bekleidungsmangel, Lebensgefahr oder Schwert. In alldem tragen wir den Sieg davon.“
Die 6 wöchige Rückfahrt im offenen Güterwagen und viele andere Engpässe blieben die Realität. Aber daneben auch die Gewissheit: Ich bin nicht allein!!!.
Als Jesus nach dem wichtigsten Gebot gefragt wird, stellt er eine Liebesbeziehung als entscheidend heraus: Den Herrn lieben, von ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Gemüt. Eberhard Rieth ist überzeugt, dass emotionales Geschehen und Gefühle Einsichten bewirken. Dass das eigentliche Lernen die Emotionalität und das Vertrauen braucht. Die moderne Hirnforschung spricht von Vertrauens-Allianz, so wie z.B. ein Patient einen Arzt aufsucht, dem er glaubt. Es ergibt sich eine vertrauensvolle Öffnung gegenüber dem Unbekannten. So können ganz neue Vorrausetzungen geschaffen werden. Sie betreffen in der Psychotherapie bis zu 70 % der Heilungserfolge.
Solches Vertrauen ist auch in der Beziehung zu Gott gefragt: Nur wenn wir ihn suchen, antwortet er, nur wenn wir uns auf ihn einlassen, redet er zu uns. Eberhard Rieth arbeitete Jahrzehnte als Sucht –und Ehetherapeut und diese Botschaft hat er seinen Patienten mitgegeben.
Ich möchte Euch und mich auch ermutigen, den Vater im Himmel anzusprechen. ER hört uns und geht mit.
Eure Traudel Krause

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