Reliphon

Kann man Gott als Person kennenlernen? ()

Traudel KrauseTraudel Krause, 17. September 2018
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon 17.9. 2018
Kann man Gott als Person kennenlernen?
Diese Frage wurde einem meiner Begleiter durch mein Leben gestellt, Dr. Eberhard Rieth. Kurz vor seinem Tod hat er die Frage in einem Brief so gut beantwortet, dass sie gedruckt wurde. Auch mich hat die Antwort so beeindruckt, dass ich einiges daraus berichten will.
Er schreibt, dass er im Jahr 1942 mit 17 Jahren auf Menschen stieß, die ihn überraschten. Bis dahin hatte ihn der Glaube an Gott nicht interessiert, aber die Zuversicht und Gelassenheit dieser Christen, mitten im Chaos des zweiten Weltkrieges machte ihn fragend. Er wollte nicht Menschen nach Gott fragen, sondern Gott selbst. Er schreibt:
„Ich begann den naiven Versuch, der wichtigsten Lebensfrage auf den Grund zu gehen und betete: „Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann bitte ich dich um ein Zeichen deiner Existenz“. Er betete Tag für Tag so, 6 Wochen lang. Und dann geschah unvermittelt ein kleines Wunder. Er schreibt: „ ich hörte eine Stimme, die nur mit einem einzigen Wort antwortete : „spring“. Ich war erfreut und zugleich ratlos. Was für ein Springen wurde von mir erwartet? Wann und wo konnte ich springen?
Für weitere 3 Wochen musste ich mich ganz mit dieser doch sehr geheimnisvollen Antwort begnügen. So betete ich beharrlich weiter. Und tatsächlich, nach weiteren 3 Wochen erlebte ich mich in einer Art Vision in stockfinsterer Nacht sitzend auf einem sehr hohen Baum. Vor mir rabenschwarze , unergründliche Tiefe und erneut sprach mich die Stimme an: „spring!“ Ich fragte zurück: „ wie kann ich denn in dieser Situation einen Sprung wagen? Ich war verwirrt. Doch ich sagte mir, dieser desorientierte Zustand muss ein Ende finden. So stellte ich alle Bedenken zurück – und sprang. Und wurde aufgefangen! Eine wachsende, bis zum heutigen Tag anhaltendende Kommunikation überraschte mich. Sie bildet seither den Mittelpunkt meines Lebens.“
3 Monate nach dieser Erfahrung mit dem Gebet wurde das Haus in dem er wohnte durch eine Fliegerbombe zu einem Trümmerhaufen und mit 19 Jahren geriet er in russische Gefangenschaft. Wenn ich seine Erfahrungen in Sibirien lese, ist mir völlig klar, dass man solches nur überleben kann mit einer starken Hoffnung und dem Teilen des Erlebens mit Gott. Eberhard Rieth schreibt, dass er einmal völlig im Selbstmitleid gefangen war. In einer Mittagspause, es gab mal wieder nur die dünne Hirsesuppe, überfiel ihn der Gedanke, dass er doch für die Mahlzeit dankbar sein könnte. Dieser Einfall hat sofort alles verändert. Trotz des unmenschlichen Lebens fühlte ich mich getragen und geborgen wie ein Kleinkind in den Armen seiner Mutter.
Eberhard Rieth kam aus Sibirien zurück und wirkte ein langes Leben lang als Therapeut und Seelsorger.
In Jeremia 29,13 heißt es: „So ihr mich sucht, so werdet ihr mich finden, Ja, wenn ihr von ganzem Herzen Verlangen nach mir tragt, so will ich mich von euch finden lassen.“
So grüße ich Euch in die kommende Woche hinein und ermutige Euch : Gott hört Gebet. Das ist gewiss wahr und ER trägt durch!!
Eure Traudel Krause

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