Reliphon

Ich lasse mich nicht provozieren ()

Traudel KrauseTraudel Krause, 6. August 2018
Teil der Reliphon Serie, gehalten als Reliphon

Reliphon 6.8.2018
„Ich lasse mich nicht provozieren“

In der fortlaufenden Bibellese im Johannesevangelium mache ich spannende Entdeckungen. Die Brüder von Jesus fordern ihn auf zum Fest nach Jerusalem zu gehen. Er lehnt ab, „meine Zeit ist noch nicht gekommen.“ Aber dann geht er heimlich zum Fest.
Und es kommt, wie es immer kam. Jesus wurde zum Gerede, er wurde provoziert und sie wollten ihn festnehmen. Auf dem Höhepunkt des Festes sagt er ein Wort, das ich bei der Frau am Jakobsbrunnen oder in der Offenbarung gesucht hätte. Er rief mit lauter Stimme: Ich lese Johannes 7,37 und 38 aus der Lutherübersetzung:
„Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden – wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten….
Die Basisbibel übersetzt hier: „Jesus bezog dies auf den Heiligen Geist. Den sollten die empfangen, die zum Glauben an ihn gekommen waren...“
Der Heilige Geist, der im Menschen wohnen und wirken will, der soll diejenigen, die auf den dreieinigen Gott vertrauen ganz erfüllen. Davon soll ich so voll sein, dass es aus meinem Inneren überfließt. Wie beim Brunnen.
Ich stelle mir vor, wie Jesus dort auf dem Fest gefühlt hat. Seine Geschwister halten ihn für einen Sonderling, die Leute tuscheln und provozieren ihn offen, die Autoritäten wollen ihn festnehmen. Aber Jesus lässt sich nicht provozieren. Er ist erfüllt vom Geist Gottes.
Henry Nouwen schreibt: „Wenn wir einen tiefen Frieden in uns verspüren und in unserer Mitte ruhen, ist es ein Zeichen dafür, dass wir es ernst nehmen von Gott, dem Abba Gott geliebt zu sein.“
Das heißt nicht, dass wir nicht den Höhen und Tiefen in unserem emotionalen Leben unterworfen sind. Unsere Emotionen gehören zu uns und hängen mit unserem früheren und gegenwärtigen Erleben zusammen. Ich bin glücklich, traurig, ängstlich, ärgerlich, begeistert, niedergeschlagen besorgt, boshaft, neidisch oder eifersüchtig aus Gründen, die schon lange zurückliegen und jetzt ausgelöst werden durch ein aktuelles Ereignis.

Wichtig ist: ICH KANN MICH ENTSCHEIDEN.

Wenn uns jemand verletzt oder provoziert sind wir zunächst geneigt, denjenigen zu verletzen, der uns verletzt hat. Oft geht es uns so, dass wir während einer langen schlaflosen Nacht grübeln, wie wir reagieren sollen. Wir merken, dass wir uns entscheiden können. Hier möchte ich wieder mit Worten von Henry Nouwen fortfahren: „ Ist dieser Punkt erreicht, müssen wir unsere Mitte finden, jene Mitte, die ausserhalb unseres Bedürfnisses liegt, andere oder uns selbst zu verletzen, dort, wo wir die Freiheit haben zu vergeben und zu lieben.“ Soweit das Zitat. Da in der Mitte, da ist die Quelle.

Ich will mich entscheiden, aufmerksam auf die Impulse des Heiligen Geistes in mir zu hören. Jesus hat es mir vorgelebt.
So grüße ich Sie und Euch in diese Sommerzeit hinein und ermutige mich und Euch immer wieder in diese Mitte in euch zu gehen, euch zu sammeln und Zwiesprache zu halten mit dem Abba-Vater.
Eure Traudel Krause

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