Reliphon

Wahre Kraft kommt von Innen ()

Traudel KrauseTraudel Krause, 16. Juli 2018
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon 16.7.2018
Wahre Kraft kommt von Innen
An der Wand unseres Hausarztes steht in großen Buchstaben: „Wahre Kraft kommt von Innen“. Dem kann ich zustimmen. Aber die entscheidende Frage ist doch: wer gibt die Kraft in mich hinein in mein Gefäß? Wenn ich nur aus mir selbst schöpfe, dann bin ich schnell erschöpft.
Und schon bin ich wieder bei dem Thema, das mich so stark beschäftigt. Ich als Gefäß oder auch als Brunnen. Angewiesen darauf, dass ich gefüllt werde, dass in mir das frische Wasser quillt, das mich durchströmt und schließlich überläuft zum Nächsten hin.
Jesus selbst sagt es zu einer Frau so:
„Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, der wird nie wieder Durst haben. Denn das Wasser , das ich ihm gebe, wird in ihm zu einer Quelle: ihr Wasser fließt und fließt – bis ins ewige Leben.“
Diese Frau kann gar nicht anders reagieren: Gib mir von diesem Wasser….
Aber Jesus will zunächst mit ihr sortieren, was sich eigentlich im Lauf der Zeit in ihrem Brunnen eingeschichtet hat. Ganz unvermittelt sagt er zu ihr:“Bring deinen Mann her.“ Mit dieser Aufforderung rührt er an ihre tiefste Wunde.
Das erinnert mich an ein Gespräch über Brunnen im Chaco von Paraguay. Dort ist Wasser eine Kostbarkeit. Der Regen muss in großen Zisternen gesammelt werden, weil alles Wasser, das im Boden ist salzig ist. Das beste Ergebnis in 180 bis200 Metern Tiefe ist immer noch zu salzig. Das heißt, auch dieses Wasser muss mit Regenwasser aus den Tajamares, die sich in der Regenzeit (hoffentlich) gefüllt haben vermischt werden.
Die Frage ist, was findet sich in meinem Brunnen?
Was ziehe ich im Schöpfgefäß hoch? Die Mystik nennt das Schöpfgefäß schon immer das Gebet. Wenn ich gar nicht schöpfe vertrocknet der Brunnen, weil das Gesetz gilt, dass wo nicht geschöpft wird , sich die kleinen Bäche zurückziehen. Aber nun entscheide ich mich , den Deckel des Brunnens zu öffnen, meinen Eimer hinunterzulassen ….. und stelle fest, dass in meinem Brunnen nicht nur klares sauberes Wasser ist, sondern auch Aggression oder Verletzung, Vergiftetes, oder zu salziges, weil mein Boden so salzig ist. Es ist gut, wenn das einmal ans Tageslicht kommen darf in einem klärenden Gespräch oder in einem Beichtgespräch.
Wie tief muss ich graben bis ich unter all dem, was sich eingeschichtet hat, auf die Quelle stoße? Jesus ermutigt mich. Die Quelle ist da, ER selbst, die Quelle in mir ist da. Ich soll schöpfen und nicht aufgeben, auch wenn ich nicht gleich das vorfinde, was ich mir erhoffe.
Schließen möchte ich mit einem Wort von Sören Kierkegaard: Wenn ein Araber in der Wüste plötzlich in seinem Zelt eine Quelle entdeckte, so dass er beständig Quellwasser im Überfluss hätte: Wie glücklich würde er sich preisen. So auch der Mensch, der als sinnliches Wesen beständig nach außen gekehrt ist, in der Meinung, dass seine Gückseligkeit ausserhalb von ihm liege, plötzlich nach innen gekehrt wird und entdeckt, dass die Quelle in ihm liegt, geschweige , wenn er die Quelle entdeckt , die das Gottesverhältnis ist.
So grüße ich Sie und Euch in diese Woche hinein, eure Traudel Krause

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