Reliphon

Das ABER der Geduld - lebensnotwendig ()

Hans-Martin Steffe, 18. Juni 2018
Teil der Reliphon Serie, gehalten als Reliphon

RELIPHON: Das ABER der Geduld - lebensnotwendig

Je älter wir werden, desto wichtiger wird uns unser Trauspruch. Bei der Hochzeit vor 45 Jahren hat er uns noch wenig angesprochen. Er gehört nicht zu den üblichen Trauworten von der Liebe, die nicht aufhört. Unser Bibelvers handelt von der Geduld. Er steht im Hebräerbrief:
„Geduld aber ist euch not, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.“
Als unsere Familie auf fünf Kinder angewachsen war und wir umgezogen sind, ist das mit der Geduld nötiger geworden. Eine Szene am Abendbrottisch ist mir in lebendiger Erinnerung.
„Papa, das musst du dir noch abgewöhnen“, hat unsere damals neunjährige Tochter ernsthaft in besorgtem Ton zu mir gesagt. Ich hatte eben die Kinder heftig angefahren, war laut geworden, aufgesprungen und habe dabei den Stuhl umgeworfen. Meine mehrmaligen Ermahnungen, dass sie mit dem Unfug treiben am Tisch aufhören sollten, war nicht angekommen. Das hat mich genervt. Darum meine heftige, unpädagogische Reaktion: „Jetzt reicht’s, sonst setzt’s was.“ Und dann unsere Tochter, ehrlich besorgt um mich: „Papa, das musst du dir noch abgewöhnen.“ Schlagartig hat sich die angespannte Situation entspannt. Für mich war das eine Lektion im Geduld einüben. Wer Kinder hat, braucht Geduld, und Gelassenheit.
In den letzten Jahren geht mir aber vermehrt auf, dass das Wort aus dem Hebräerbrief eine noch tiefere Botschaft hat:
„Geduld aber ist euch not, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.“
Bisher hatte ich Geduld im Sinn von Gelassenheit schätzen gelernt und einen langen Atem haben. Jetzt geht mir auf, dass im Hebräerbrief ein besonderes Wort für Geduld verwendet wird. Es heißt wörtlich: „Darunterbleiben“. Also lauft nicht weg, wenn es zum Davonlaufen ist, wenn es schwierig wird. Wenn es keine schnellen Lösungen gibt. Ihr habt Geduld nicht nur nötig, sondern: „Geduld aber ist euch not.“ Das Darunterbleiben ist notwendig und kann Not wenden. Vor allem ist dieses ernsthafte Darunterbleiben eine wesentliche Voraussetzung, um in schweren Zeiten Gottes Willen zu tun. Damit wir aufmerksam mit Jesus gehen. Die Menschen und uns selbst mit seinen Augen sehen. Keinen aufgeben und uns selbst auch nicht.
„Geduld aber ist euch not, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.“
Das ABER ist wichtig. Geduld ist das große ABER Gottes gegen vordergründiges und oberflächliches Leben mit schnellen Erfolgen. Geduldiges Darunterbleiben streckt sich nach der Ewigkeit aus. Nach dem Leben mit Gott, das uns niemand nehmen kann. Diese Geduld erwartet, dass sich die von Jesus gegebene Verheißung erfüllt: „Ich will sie alle zu mir ziehen.“
Diese Geduld wünsche ich Ihnen und mir, Ihr Hans-Martin Steffe

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