Reliphon

Was erwartest Du? ()

Judith Rose, 12. März 2018
Teil der Reliphon Serie, gehalten als Reliphon

Was erwartest Du?
Was erwartest Du vom neuen Jahr?" wurde ich Anfang Januar gefragt.
Seit meiner Krebserkrankung vor vielen Jahren sind mir die Jahreslosungen immer Begleiter.
2016: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Als Hoffnungszeichen für die schwere Erkrankung meines Mannes habe ich 2015 nach der Jahreslosung 2016 gesucht und bin zutiefst erschrocken, als ich sie gelesen habe. Ich wollte nicht getröstet werden. Ich wollte, dass mein Mann lebt. Doch dann kam es ganz anders: Eine tiefe Lebens- und Glaubenskrise, ausgelöst durch den Tod meines Mannes, war die Folge.
Erstaunt stelle ich heute fest, dass sich mein Schmerz und Zorn gegen meinen Gott, ganz allmählich in eine große Dankbarkeit für über 40 gute gemeinsame Jahre gewandelt hat.
2017: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
Nach überstandener Krebsdiagnose und etlichen Operationen konnte ich mir in der Osterwoche endlich auch den Port, einem dauerhaften Venenzugang während der Chemo, entfernen lassen. Kurz vor Jahresende dann erneut Verdacht auf Knoten in der Brust. Gewebeproben wurden entnommen. Aber es war eine untypische Zyste. Kurz darauf eine schmerzhafte Brustentzündung und Fieber. Wochenlange Behandlung mit Antibiotika. Dabei ist Gewebe abgestorben und eine schmerzhafte Verhärtung bleibt zurück. Aber es war nur eine Zyste und mein Leben geht weiter mit Jesus, meinem Arzt. Ich spüre, dass etwas Neues, ein neuer Geist in mir begonnen hat: Anders als zuvor freue ich mich und bin dankbar für jeden neuen Tag in meinem Leben. Welch ein Geschenk!
Und 2018: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Dazu fällt mir ein, dass ich als Kleinkind den selbst gemachten Gemüsebrei, den mir meine Mutter in den Mund geschoben hat, einfach nicht geschluckt habe. Denn vor dem Essen habe ich immer nach „trinken“ verlangt und nicht bekommen. Meine Mutter sagte, dann ist dein Bauch schon voll und du isst nichts mehr. Mein Lieblingsgetränk in der Kinderzeit war frische Bananenmilch und ich konnte nicht genug davon bekommen. Der Durst und das Verlangen nach lebendigem Wasser ist mir bis heute geblieben und wieder neu zum Lebensquell geworden.
Ein erfrischendes Jahr wünscht Euch Eure Judith Rose.

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