Reliphon

Oma`s Gruß: Gott behüte Dich ()

Margret TrojerMargret Trojer, 26. Februar 2018
Teil der Reliphon Serie, gehalten als Reliphon

Relifon am 26.02.2018
MargretTrojer

Oma`s Gruß: Gott behüte Dich
Heute setze ich die angefangene Auslegung des Sonntagsgedanken von Christian Hartung fort. Er erzählt von einem guten Wort, das ihn durchs Leben begleitet:
Ich erinnere mich zum Beispiel besonders gern daran, wie meine Großmutter mich immer verabschiedet hat. Meine Großeltern haben sehr weit von uns weg gewohnt, wenn wir nach einem Besuch auseinander gingen , dann hat meine Großmutter immer gesagt: „Gott behüte dich, mein Junge.“
Als ich noch kleiner war, habe ich über diesen Satz nicht besonders nachgedacht. Das war eben einfach so ein lieber Oma-Spruch. Aber als ich älter wurde und sie das immer noch gesagt hat – da habe ich plötzlich gemerkt, wie gut mir dieser Satz getan hat. „Gott behüte dich.“ Ich setzte heute dazu: Sie dürfen hier ihren Namen einsetzen!
Meine Großmutter ist inzwischen seit vielen Jahren tot. Aber ihren Satz höre ich immer noch. Sie hat ihn noch gesagt, als sie schon schwach war und nur noch ganz leise sprechen konnte. Da habe ich immer schon auf diesen Satz gewartet. Ich wusste: Viel wird sie nicht mehr sagen, meine alte Großmutter. Aber am Ende, da wird dieser Satz kommen. Gott behüte dich.
Diese Worte kamen bei dieser frommen Frau von Herzen. Sie waren für sie das Kostbarste, was sie mir schenken konnte. Dieser Segenswunsch, der hat tief in meiner Seele Wurzeln geschlagen, ich denke, er hat Frucht gebracht.
Ich weiß seitdem, dass wir Menschen einander mit Worten Gutes tun können, dass wir Worte sagen können, die wie ein dicker Mantel schützen und wärmen. Worte können ja auch so nutzlos sein, oder so furchtbar und gemein. Das sind die Unkraut-Worte, die alles andere ersticken. Aber Worte können auch andere Menschen umhüllen und aufrichten. Sie können einen Weg weisen, Hoffnung geben, stark machen in Zweifeln und Mutlosigkeit.
Wenn solche guten Worte auf fruchtbaren Boden fallen, dann können sie unendlich viel bewirken. Ein Kind, das liebevolle Worte zu hören bekommt, glaubt an sich und geht voller Vertrauen durchs Leben. Dieser Samen aus der Kindheit kann bis ins hohe Alter Frucht bringen.
Heute kann ich sagen: Alles, was ich glaube, hat in diesem Segenswunsch seinen Ursprung. Das war der Same. Er ist bei mir auf fruchtbaren Boden gefallen. Nun möchte ich versuchen, davon weiterzugeben.
Auch ich kann sagen, dass meine Oma Samen gestreut hat und ich möchte auch so eine Oma sein, die das tut. Gott behüte Sie! Ihre M. T.

Tags:

Früher: Gleiches Datum: Später:
« Geschiebe und Getriebe, Gelaber und Geschwätz Kein Die Daniel - Diät »
Powered by Sermon Browser