Reliphon

…mein Herr Käthe! ()

Margret TrojerMargret Trojer, 9. November 2015
Part of the Reliphon series, preached at a Reliphon service

Reliphon am 9.November 2015
Margret Trojer
…mein Herr Käthe!
Das Reformationsfest liegt hinter uns. Am Sonntag dazu hörte ich eine Predigt, die mich sehr angesprochen hat und daraus möchte ich einige Gedanken weitergeben. Da in zwei Jahren das große Reformationsjubiläum stattfindet und Luther im Mittelpunkt stehen wird, hat der Pfarrer dieses Jahr über die Frau des Reformators gesprochen, über Katharina von Bora, Luther sagte über sie: Mein Herr Käthe. 1. Korinther 3 Vers 11 war der Text, der über dem Tag stand: Einen anderen Grund kann niemand legen, als der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Katharina kam als 6 jähriges Mädchen nach dem Tod der Mutter in die klösterliche Obhut. Mit 16 legte sie ihr Gelübde ab und wurde im Kloster ausgebildet, lernte schreiben, lesen, singen, handarbeiten, Latein und Wirtschaftsführung. Sie war adelig und fürs klösterliche Leben bestimmt, damals durchaus Wirtschaftsbetriebe. Fisch und Bier wird regelmäßig von außen eingefahren und es kommen Flugblätter mit und die Nonnen lesen begierig, was Dr. Martinus Luther schrieb, er wetterte gegen den Ablasshandel. Die Nonnen nehmen das Gedankengut auf und reden im Kleinen darüber. Diese Lutherlehre zieht Kreise, bleibt nicht geheim. Luther ist und bleibt bibeltreu, lehnt Fegefeuer und Keuschheitsgelübde ab, zweifelt alles an. Jesus Christus ist sein Dreh – und Angelpunkt; denn einen anderen Grund kann niemand legen, als ER. Im Kloster planen 12 Nonnen die Flucht, auf keinen Fall dürfen sie erwischt werden, die Strafen wären hoch. In der Nacht vor Ostern 1529 war es soweit. Der Fisch und Bierhändler nahm nach der Neulieferung leere Fässer mit. Er hatte keine Ahnung, dass in jedem Fass eine Nonne saß – für die war es die Auferstehungsnacht in ein neues Leben. Luther übernahm etwas Verantwortung für die Frauen; denn sie flohen ja wegen seinen Aussagen auf den Blättern. Er brachte sie in Haushalten oder auch in Ehen unter. Aber die Katharina war eigensinnig und schwer vermittelbar. Sie sagte, wenn schon Heirat, dann der Reformator. Es dauerte, aber es geschah so, der Skandal war perfekt. Sie zog ihr Ding durch und er sagte, er würde seinen Herr Käthe niemals mehr hergeben. Sie führte den größer werdenden Haushalt straff, samt Gästen und Studenten, die oft kamen. Sie war Chefin und Managerin eines mittelständigen Unternehmens. 5 Kinder und mehrere Gärten wollten versorgt sein. Sie überlebte ihren Martin um 6 Jahre, hat ihr Leben gemeistert; denn auch sie wusste: Einen anderen Grund kann niemand legen, das ist gewisslich war.
Damit grüße ich Sie herzlich Ihre M. T

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