“Mitten in Regen und Wind… ich, wir und Gott

Unser Tag der Begegnung am 11./12.05. in Sülzbach.

 

Ein Bericht von Tanja Simbeck

 

Bis kurz vor dem Start am Abend der Begegnung war nicht klar, ob und wenn ja, wie wir das mit dem Sitzen und dem Regen – der einfach nicht aufhören wollte – machen werden. Improvisation war wieder einmal gefragt und so beschlossen wir kurzerhand: Der Abend findet statt – im Kreis stehend mit Schirm und warmen Jacken. Der von Karin liebevoll geschmückte Altar sowie Technik samt Musikerinnen und Rednerinnen hatten sogar noch ein Plätzchen unter dem Vordach des Gemeindehauses gefunden.

Unsere wunderbaren Teilnehmer*innen haben sich nicht abhalten lassen zu kommen und endlich wieder live – selbstverständlich unter den gebotenen Hygienevorschriften – „Stufen-Gemeinschaft“ zu erleben.  Genauso war es auch am nächsten Morgen der Begegnung, nur dass der Regen durch einen frischen Wind ersetzt wurde und sogar der Kindergarten gegenüber ein paar kleine Zuschauer beisteuerte.

 

Zu Anfang wurden wir musikalisch begrüßt und eingestimmt. Man merkte richtig, wie gut es tat, sich endlich wieder zu sehen. Mit Psalm 138, den wir gemeinsam lasen und unserem Lobpreis, der aus allen Richtungen gesprochen wurde, haben wir Gott in unsere Mitte geholt.

 

Da unser Frühjahrskurs ja leider noch gar nicht stattfinden konnte, nahm Damaris anschließend das Thema des Kurses inhaltlich auf: „Anstößig leben“. Wo werden wir angestoßen, wo lassen wir uns anstoßen, uns in Bewegung bringen? Ein Flummi, der zu unseren Teilnehmer*innen flog, hat das gut verdeutlicht, denn der hüpfte sogleich den Berg hinunter, samt Teilnehmerin, die sich ganz beispielhaft in Bewegung setzen ließ. Wir entscheiden selbst, ob wir uns in Bewegung setzen lassen.

Margret hat uns dazu auf die Jona-Geschichte gestoßen. Auch er wurde angestoßen, von Gott. Doch Jona entschied sich dagegen und floh – zunächst, wie wir wissen. Einen weiteren Stoß erhielt er von der Mannschaft auf dem Schiff, nämlich ins Wasser, und landete in dem von Gott geschickten Fisch. Jona brachte mit seinem Gebet wieder sein Herz zurück zu Gott. Er wurde von dem Fisch ausgespien und von Gott zum 2. Mal angestoßen, nach Ninive zu gehen – das Volk zur Umkehr, zur Buße zu bewegen.

Jona machte eine ganz erstaunliche Erfahrung. Die Leute meuterten nicht, sondern taten Buße und kehrten um. Doch was meinen wir, wenn wir von Buße sprechen?

Für mich als Zuhörerin blieb etwas ganz Tiefgreifendes hängen, was Margret dazu sagte. Ich habe sie so verstanden: „Buße tun bedeutet, Gott zu hören und ihm mein Herz zurückzubringen.“

Dazu ist mir der Auszug eines Gedichts des HL Franz von Sales eingefallen (Wenn Dein Herz wandert oder leidet), dass ich vor einiger Zeit von Hanne gehört habe: „…und selbst dann, wenn du nichts getan hast in deinem Leben, außer dein Herz zurückzubringen und wieder in die Gegenwart Gottes zu versetzen – obwohl es jedes Mal wieder fortlief, wenn Du es zurückgeholt hast – dann hat sich Dein Leben wohl erfüllt.“

Margrets Anstoß-Beispiel warf wieder ein weiteres Licht auf die Jona-Geschichte und irgendwie auch auf unser Leben. Beim anschließenden Lied konnten wir das nochmal wirken lassen.

An beiden Tagen ging ich anschließend wieder nach Hause bzw. zur Arbeit mit dem Gedanken, dass gerade der Regen und das improvisierte Stehen diesem Gottesdienst eine ganz besondere Atmosphäre verliehen haben: Gottesdienst pur mit Gebet, Anstoß, Lobpreis und Segen – Danke dafür!