Christi Himmelfahrt (Apg. 1, 1-14)

Da stehen nun die Jünger und schauen immer noch nach dem, der eben noch mitten unter ihnen war. Das- was hinter ihnen liegt, können sie immer noch nicht fassen: Zuerst das “Hosianna”, dann das “kreuzige ihn”- daraufhin ihre Hilflosigkeit und dann die Überraschung, dass Jesus auf einmal wieder mitten unter ihnen stand, ganz unverhofft.

In diesen 40 Tagen heilten langsam die Wunden ihrer Herzen, die voller Enttäuschung waren und eine leise Ahnung breitete sich unter ihnen aus, dass der Weg ans Kreuz einen Sinn gehabt haben muss und die Auferstehung Jesu weit über ihren Horizont hinausführt. Nicht nur sie als Jünger sollten dieses Geschehen begreifen, nein er spricht davon, dass sie das der ganzen Welt predigen sollten, alle Völker lehren und sie auf den Namen Jesu taufen.

Mitten unter ihnen wird er sein – alle Tage – verspricht er. Und jetzt – jetzt stehen sie alleine da. Sie werden Zeuge, wie er vor ihren Augen emporgehoben wurde und eine Wolke ihn ihren Blicken entzog. Sie standen und schauten ihm nach. Welch ein Glück, dass zwei Männer im weißen Gewand ihnen sagten, wie es weitergeht: “Was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen wurde, wird auf dieselbe Weise wiederkommen”.

Jetzt kam Bewegung in die Reihen der Jünger. ER wird wiederkommen! In der Zwischenzeit haben sie einen Auftrag, nämlich von dem zu erzählen, der einmal von aller Welt erwartet wird.

Sie kehrten nach Jerusalem zurück einen Sabbatweg weit. Der Sabbatweg ist ein begrenzter Weg, da durften nur ein bestimmtes Maß Schritte gemacht werden.

Mir scheint, dass alles, was wir aus eigener Kraft tun, begrenzt ist. Wo wir uns aber als Jüngerschaft vereint im Gebet versammeln, bleiben wir nicht an dem hängen, was uns genommen wurde, sondern erwarten gemeinsam, was uns zugesagt ist: die Kraft des Heiligen Geistes, damit wir aus der eigenen Enge in die Weite geführt werden.

Danke, Heiliger Geist dass du deine Kraft über uns fließen lässt.

Seien Sie gesegnet und machen Sie Ihr Herz weit auf.

 

(Gemälde von unserer Multiplikatorin Karola Onken aus Oldenburg)