Rückblick Kursleiterschulung „Stufen des Lebens“ des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes

zum Thema „Ob Vertrauen sich lohnt – Abraham zwischen Angst und Vertrauen“ am 16./17.02.19 im Monbachtal

Am Sonntag komme ich zur Kursleiterschulung dazu und bin gespannt, was mich erwartet. Ich kenne den Kurs bereits, aber es ist schon einige Jahre her, dass ich ihn gehalten habe und ich will mich überraschen lassen, was mich anspricht. Ich finde eine große Runde vor und die Teilnehmer beteiligen sich mit ihren Beiträgen aktiv am Geschehen. Man merkt, dass sie bereits „warm“ geworden und mittendrin in der Geschichte sind. Bereits am Samstag haben sie zwei Einheiten des Kurses miteinander erlebt und viele Bezüge zu ihrem Leben entdecken können.

Auf dem Boden liegen Ahnenbilder, wie sie aus einem alten Fotoalbum stammen könnten. Sie verkörpern die Familie Abrahams und in der folgenden Einheit lernen wir die Personen kennen, die in diese Familiengeschichte mit hineinverwoben sind. Darunter liegt ein Tuch mit vielen Sternen. Es erinnert daran, dass Gott mit Abraham seine Segensgeschichte hatte. „So zahlreich wie die Sterne am Himmel sollen deine Nachkommen sein“ verhieß ihm Gott. Jede dieser Personen erlebte Gott auf unterschiedliche Weise. „Du bist der Gott, der mich sieht“ sagte Hagar in der Wüste. Sie wurde ausgenutzt, war nur Mittel zum Zweck. Bei Gott bekam sie Ansehen. Da ist auch Abimelech, der Fürst in dieser Gegend, der nach Abrahams Aussage keine Gottesfurcht kannte und doch auf Gott hörte. Er wurde für Abraham zum Werkzeug Gottes, um dessen tiefliegende Existenzangst zur Sprache zu bringen. Bisher hatte er immer noch Sarah als seine Schwester anstatt als seine Ehefrau ausgegeben. Nun bekannte Abraham seine Schuld und ein neuer Weg wurde frei. Isaak wurde geboren und das nächste Mal, als Abraham Abimelech begegnete, konnte er auf Augenhöhe mit ihm reden.

Im zweiten Teil beschäftigen wir uns dann intensiver mit Sarah. Sie war überall dabei und ging mit, aber war sie auch wichtig? Sie litt unter ihrer Kinderlosigkeit, war mal Schwester und mal Ehefrau, je nachdem, wie es passte. Der Tag, der ihr Leben noch einmal grundlegend veränderte, war der Besuch der drei Männer bei Abraham im Hain Mamre. „Wo ist Sarah, deine Frau?“ fragten sie. Gott setzte sie damit in ihren Stand als Ehefrau. Die Männer kamen gleich zu dritt. Während ich mich gedanklich mit diesen Personen beschäftige, merke ich auf einmal: Es geht um mich. Gott fragt nach mir! Er kommt zu mir in dreifacher Gestalt – als Vater, der mich erschaffen hat; als Sohn, der mich erlöst hat und als Heiliger Geist, der mich in alle Wahrheit leitet. Er fragt: „Wo ist Beate?“ Ich darf meine tiefste Angst vor Gott zur Sprache bringen und ein Knoten löst sich. Das gibt neues Stehvermögen.

Abraham, das große Vorbild im Vertrauen zu Gott, legte seine tiefste

Existenzangst auf den Altar Gottes und ich darf das auch tun. Lasse ich

mir eine Hintertür auf und habe eine Notlösung, falls Gottes Schutz versagt

oder vertraue ich ihm restlos? Symbolisch ist hier ein Altar aufgebaut, auf dem jeder der möchte,

einen Stein ablegen kann.

So kann ich noch einmal bewusst einen Vertrauensschritt festmachen.

Beate Walch, Multiplikatorin für Stufen des Lebens im Liebenzeller Gemeinschaftsverband