Jeder kann Freude schenken

Im Wartezimmer eines Arztes saß ein Patient. Sein vergrämtes Gesicht war der sprechende Ausdruck seines freudlosen Innern. Während er wartete, studierte er missmutig die Wandbilder. Da blieb sein Blick plötzlich an einem Spruchband haften, das bescheiden zwischen zwei Bildern hing. In großen schwarzen Buchstaben war darauf zu lesen: “Der hat sein Leben am besten verbracht, der möglichst viele Menschen hat froh gemacht!”

Der Mann, der etwa fünfzig Jahre alt war, kam nicht mehr von diesem Satz los. Immer und immer wieder musste er den Spruch lesen. Langsam ließ er Wort für Wort an seinem geistigen Auge vorbeiziehen. Und je intensiver er über das Gelesene nachdachte, desto mehr löste sich der innere Bann in ihm. Der Mann erkannte mit einem Male, worin seine Lebensaufgabe bestand. Er wusste plötzlich wohin er gehen musste, um geheilt zu werden: zu einem anderen Menschen, um ihm in Jesu Namen eine Freude zu machen!

Freude erschöpft sich nicht in äußeren Dingen: in Sachen oder Erfolgen, in Ansehen oder Prestige. Freude ist ein Stück Herz, das man liebend verschenkt. Meine Mutter hatte zwei Sprüche an der Wand hängen. Eines lautete: “Ein liebes Wort am frühen Morgen erfreut das Herz den ganzen Tag!” und “denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück!”

Ein lobendes Wort, ein freundliches Gesicht, ein Lächeln, eine gute Tat, die teilnehmende Frage, eine Umarmung, ein Händedruck – diese und viele andere kleine Schritte können dem anderen und mir Freude bereiten. Gehen wir so aufeinander zu und Gott schenkt uns die Freude, die von innen kommt noch dazu.