Die Geschichte von Candy Cane

An einem trüben Novemberabend ritt ein Süßwarenhändler in die Stadt. Er hielt vor einem verlassenen Laden und stieg vom Pferd. Der Fremde zog einen Schlüssel aus der Tasche, öffnete, lächelte und sagte leise zu sich: “Das ist er also. Genauso hatte ich ihn mir vorgestellt.” Den ganzen grauen und regnerischen November hindurch arbeitete er. Auch die darauffolgenden Tage hörten die Stadtbewohner ihn hämmern und sägen.

Eines Tages hielt es ein kleines Mädchen nicht mehr aus. Der Schnee fiel leise vom Himmel als sie an die Tür des Fremden klopfte. “Hallo!”, sagte sie. “Ich bin Lucy. Brauchen Sie Hilfe?” “Ja, komm rein”, antwortete der Mann freundlich. Voller Freude half sie mit, die Süßigkeiten in die Regale zu stellen.

Doch dann, im allerletzten Paket gab es etwas, was Lucy zuvor noch nie gesehen hatte. Es war eine rot-weiß gestreifte Zuckerstange mit einer Krümmung am Ende. “Was ist das?”, fragte sie. “Das ist Candy Cane, eine ganz besondere Weihnachtsüberraschung”, antwortete der Mann. “Warum?”, fragte Lucy zurück. “Schau es dir genau an und dann sage mir an welchen Buchstaben es dich erinnert.” Lucy nahm die Zuckerstange in die Hand und drehte sie hin und her. “Jetzt weiß ich´s. Das ist ein J!” “Ja.” Der Zuckerbäcker lächelte. “J, wie Jesus, der an Weihnachten geboren wurde. Jetzt dreh sie um. An was erinnert sie dich jetzt?” Nachdenklich antwortete Lucy: “Das sieht aus wie ein Hirtenstab.” “Und wer waren die Ersten, die von der Geburt Jesu erfuhren?”, fragte der Mann. “Die Hirten auf dem Feld, die ihre Schafe hüteten.” “Richtig! Es könnte aber genau so gut den Stab des “Guten Hirten” darstellen mit dem er bis in die Tiefen unserer Welt und Herzen gelangt, um uns wie das gestrauchelte Lamm zu retten, das, wie alle Schafe, verloren ging.”

“Und wofür sind die Streifen?” Die Augen des Mannes verdunkelten sich. Der Prophet Jesaja sagt: “Durch seine Wunden sind wir geheilt”. Bevor Jesus gekreuzigt wurde, wurde er so geschlagen, dass er blutete. Die roten Streifen sollen uns an sein Leiden für uns erinnern. Aber wie du siehst, ist die Zuckerstange auch weiß. Wenn wir Jesus unser Leben geben, dann wäscht sein Blut unsere Sünde weiß und rein wie Schnee. Das ist die Geschichte von Candy Cane.”

“Ist das ein Geheimnis?”, fragte Lucy leise. Der Zuckerbäcker sah sie einen Moment lang an, bevor er antwortete: “Es ist eine Geschichte, die erzählt werden muss! Willst du mir dabei helfen?”

Jeden Morgen zogen nun der Zuckerbäcker und Lucy los und packten ihre Taschen voll Zuckerstöckchen. Jeder sollte diese Geschichte erfahren. Sie gingen zu jedem Haus in der Stadt. Sie reisten zu jeder Farm im Umkreis. Sie klopften an jede Tür. Und alle, die ihre Türe öffneten, hörten die Geschichte von Candy Cane und wurden von Weihnachten neu berührt. Aber sie erlebten und erfuhren noch viel mehr. Etwas viel Größeres! Etwas viel Besseres. Sie hörten von dem Wunder der Geburt Jesu, seinem Sterben und seiner Auferstehung. Das Baby in der Krippe wurde für sie zum persönlichen Freund, der für sie gelitten hatte, um sie mit Gott zu vereinen und ihnen das Licht seiner Liebe, seines Friedens und seiner Freude zu schenken.

(freie Erzählung) Verfasser unbekannt