Stufen des Lebens in verschiedenen Ländern

Im Sommer 2007 lernte ich Stufen des Lebens auf der schönen Sonneninsel Rhodos kennen. Eine Kursleiterin aus Bayern nutzte die wenigen Wochen ihres Aufenthaltes, uns in der deutschsprachigen, evangelischen Gemeinde, diese Kurse näher zu bringen. Erwartungsvoll besuchte ich den Kurs “Quellen, aus denen Leben fließt” und war fasziniert vom liebevollen Arrangement und den beeindruckenden Bodenbildern. Ich konnte in die bibl. Geschichte eintauchen, befand mich mitten im Geschehen und habe so ganz viel von den Botschaften des Kurses mitgenommen. Ganz begeistert von dieser – für mich völlig neuen – Methode, Menschen das Wort Gottes eindrucksvoll und anschaulich näher zu bringen, nahm ich bald darauf in Deutschland an einer Kursleiterschulung teil. So lernte ich in “Liebe ist nicht nur ein Wort” noch mehr über diese Arbeit und konnte diesen berührenden Kurs 2008 dann selbständig auf Rhodos durchführen.

Zwei Jahre später nahm ich “Liebe ist nicht nur ein Wort” mit in die Gefängnisse von Uganda, Ost-Afrika. Hier können viele Menschen weder lesen noch schreiben, welch ein Ereignis waren da die anschaulichen Bodenbilder. Der Kurs überwältigte besonders die Teilnehmer im Todestrakt des Hochsicherheitsgefängnisses. Die Insassen konnten kaum genug von den beeindruckenden Darstellungen bekommen. Durch die Geschichte von Kain und Abel erfuhren sie, dass Gott den Mörder Kain keineswegs sofort zum Tode verurteilt hatte und im Gleichnis vom verlorenen Sohn fanden sich wohl alle Kursteilnehmer wieder. Wer würde nicht gerne in die offenen Arme eines so liebevollen Vaters laufen?

Die Herausforderungen für mich als Kursleiterin in den Gefängnissen war groß. Die Kurse wurden sehr stark besucht und durch die ständige Überbelegung in den Gefängnissen lag die Anzahl der Kursteilnehmer oft im dreistelligen Bereich. Bei den Sicherheitskontrollen ging es manchmal lustig zu, wenn ich vom Gefängnispersonal etwas barsch gefragt wurde, was ich denn mit den “Puppen” im Gefängnis anfangen will (gemeint waren die bibl. Figuren) und was “um Himmels Willen” ich denn bloß mit den so vielen bunten Bällen mache.

Natürlich konnte ich nicht alles mitnehmen, was gebraucht wurde. Ein Seil oder Strick im Gefängnis – unmöglich, Steine oder Glas – auf gar keinen Fall! Vieles ist einfach nicht erlaubt und so war stets ein hohes Maß an Improvisation erforderlich. Herausgefordert wurde ich auch durch die Fragen der Häftlinge, warum z.B. die Farbe der Bälle, die symbolisch für die negativen Gefühle steht, schwarz sei oder die Farbe für Neid gelb. Die Gefängnisinsassen tragen in Uganda gelbe Anstaltskleider und ich hatte wirklich Mühe, hier entsprechende Antworten zu finden. Letztendlich haben wir aber alle herzlich darüber gelacht.

Inzwischen hat Stufen des Lebens mein Leben und auch das vieler Menschen hier in Afrika/Uganda sehr bereichert. Die bibl. Geschichten sind hochaktuell und sprechen in unser Leben und so manche Situation hinein. Es ist einfach eine tolle Sache, das Wort Gottes auf diese Weise zu vermitteln und ich freue mich darauf, wenn noch weitere Kurse ins Englische übersetzt werden.

E.M. Stroeer