Pfingsten

Lesen Sie doch einmal die Pfingstgeschichte Apg. 2, 1-47 – vielleicht in Abschnitten immer mal wieder.

Die Jünger; die nach Karfreitag, nach ihrer Enttäuschung am liebsten davongelaufen wären, mussten sich gefallen lassen, dass Jesus sie nach Ostern zurückpfeift und ihnen den Befehl gibt beieinander zu bleiben. Genau in diesem Zustand zu warten. Auf was? Jesus sagt ganz klar, es geht darum einen neuen Geist zu erwarten – den Heiligen Geist. Warten –ach wie schwer geht das. Warten – wo alles so unsicher ist, so unvorstellbar, so undenkbar.

Vielleicht sind auch Sie gerade an dem Punkt, warten zu müssen. Vielleicht hätten Sie auch gerne Menschen um sich, die mit Ihnen zusammen warten. Vielleicht ist es gerade die Einsamkeit, das Nichtverstandensein, warum warten so schwer fällt. Und da hinein setzt sich gerne der Geist des Verzagtseins, der Geist der Ungeduld, der Geist der Verweigerung.

Worauf warten? Ich kann es oft nicht benennen, worauf ich warte. Warum nicht einfach weglaufen, wo sowieso nichts mehr zu erwarten ist? – Wir müssen uns in unser Schicksal fügen, sagen wir Christen oft. Wir müssen eben schlucken und uns fügen. Nein, sagt Jesus! Ihr sollt euch Menschen suchen, mit denen ihr zusammen wartet, aber nicht auf allerlei Weltverbesserungsvorschläge, auf dass sich unsere Wünsche einfach so erfüllen. Nein, sagt Jesus, ihr sollt auf den Heiligen Geist warten. Ihr sollt miteinander hoffen und wissen, ja darum bitten, dass ich selber auf ganz neue Weise in eurer Mitte sein will und euren verzagten Geist verwandeln will durch den neuen Geist, den Heiligen Geist, den Geist, der von mir kommt, damit ihr den Mut habt, das worauf ihr wartet, auch zu erbitten und zu empfangen. Das wünschen wir uns doch, dass wir miteinander den neuen, den Heiligen Geist bekommen, damit wir miteinander warten können, bis Jesus sich in uns offenbart.

(Auszug aus einem Reliphon von Waltraud Mäschle )

(Beitragsbild von Karola Onken, Oldenburg)