Cenarios da vida-Kurse starten in Brasilien

Was bisher geschah

Bereits 2012, 2014 und 2016 führten Einladungen und Kontakte die Kurse von ‚Stufen des Lebens‘ nach Paraguay, Bolivien und Brasilien. Vom 14.02. bis 15.03.2018 reisten Traudel und Roland Krause auf Einladung der FLT (Faculdade Luterana de Teologia in Sao Bento do Sul) erneut nach Brasilien. In Paraguay unter den deutschsprachigen Mennoniten beginnen die Kurse inzwischen selbstständig zu laufen. Als Multiplikatorin für Paraguay wurde Mika Friesen ernannt. Unterstützt wird ihre Arbeit auch durch Marlene Klassen – sie stammt aus Paraguay. Marlene ist viel mehr als Multiplikatorin. Es war Marlenes ‚Idee‘, die Kurse von ‚Stufen des Lebens‘ auch nach Brasilien zu bringen.

 

Drei Jahre liegt der Kirchentag 2015 in Stuttgart erst zurück. Damals meinte Marlene beim Blick auf eine Karte Südbrasiliens in einer Zeitschrift der Gnadauer Brasilienmission: „In diese europäisch besiedelte Gegend müssen wir rein.“ Ein Anruf bei der Gnadauer Brasilienmission offenbarte den Kairos. In der lutherischen Fakultät in Sao Bento do Sul suchten sie gerade einen Folgekurs für Spur 8. Zwei der Professoren (Prof. Me. Marilze Wischral Rodrigues und Prof. Dr. Paulo Butzke) waren schon länger auf ‚Stufen des Lebens‘ aufmerksam geworden. So kam es spontan zu einer Einladung. Im Frühjahr 2016 reisten Marlene und Wilfried Klassen, Traudel und Roland Krause zum ersten Mal nach Sao Bento de Sul. Christocidencia! Von Christus zugefallen! – das hörten und erlebten wir immer wieder im Zusammenhang mit ‚Cenarios da vida‘ – so nennt sich ‚Stufen des Lebens‘ auf Portugiesisch.   clip_image006   Seit diesem ersten Treffen im Jahr 2016 übersetzte Marise Butzke (die Frau von Prof. Butze, sie übersetzt sonst für Verlage portugiesische Literatur ins Deutsche) bereits die Kurse ‚Um Lugar ao sol‘ (Ein Platz an der Sonne) und ‚Fontes das quais jorra vida‘ (Quellen, aus denen Leben fließt) ins Portugiesische. Bis zum November soll der dritte Kurs vorliegen – ‚Amadurecer atraves de krises‘ (Durch Krisen reifen).      

 

 

Material-Logistik clip_image008Im Vorfeld ungezählte Mails: Welches Material kann vor Ort durch Mariane oder durch Marlene besorgt/hergestellt werden? Was muss aus Dt mitgebracht werden? Dann die Suche nach einem Flug, der pro Person 2x 23 kg Gepäck erlaubt. Zwei große Materialkoffer brachten wir aus Deutschland mit. Die ersten Tage nach der Landung in Sao Paulo bei Marlene und Wilfried Klassen an der Atlantikküste dienten der Akklimatisierung. In Brasilien neigt sich der Hochsommer gerade zum Herbst. Aus dem Frost über 30 Grad und 100% Luftfeuchtigkeit – das braucht Eingewöhnung. Und fünf Kurse in drei Wochen – das braucht minutiöse Vorbereitung und ausgetüfteltes Kofferpacken. Viel Vorbereitung – und ab und zu auch ein wenig Strand, das prägte unsere ersten Tage in Brasilien.  

 

Drei Wochen, 4000 km, fünf Kurse clip_image010Am 22.02. flogen Marlene, Traudel und Roland von Sao Paulo nach Curitiba. Von dort holte uns ein Auto der FLT ab nach Sao Bento do Sul. Dieses Auto, ein Zafira mit großem Kofferraum, stellte uns die FLT für die nächsten drei Wochen zur Verfügung. Bis an den Rand mit Kursmaterial bepackt kutschierten wir damit in den nächsten drei Wochen 4.000 km durchs heiße, wunderschöne Südbrasilien. Überall begegneten wir offenen, liebenswürdigen, gastfreudigen Menschen – Christocidencia! clip_image012Die Reisestationen hatte Paulo Butzke sorgfältig vorbereitet und strategisch geplant. Wir sollten in drei ‚Bundes’Staaten unterwegs sein und im Umfeld aller drei Evangelischen Hochschulen in Brasilien. Und wir sollten fünf Synoden (das entspricht unseren Landeskirchen) erreichen. Denn Bundesländer, Theologischen Hochschulen und Landeskirchen sind auch in Brasilien sehr unterschiedlich geprägt. Auch dort finden sich große Unterschiede. Und aktuell stehen entscheidende Kirchenwahlen an. Um die Kurse von ‚Cenarios da vida‘ breit und nachhaltig zu implementieren, sprach Paulo bei Kirchenleitenden, Fortbildungsreferenten und Synodalpfarrern (das entspricht etwa unseren Dekanen) vor, lud zu den Kursen geeignete Personen ein, die das Feuer weitertragen können. Dass Paulo an zwei der Theologischen Hochschulen (San Leopolde und Sao Bento do Sul) lehrt/e, dass er jahrelang als Bildungs-Referent tätig war, sein breites Vernetz-Sein und seine Reputation als Professor und als Fachmann für Glaubenskurse – all das eröffnete den Kursvorstellungen die Tür. Christocidencia!  

 

 

23.-24.02. Eliakurs auf Deutsch clip_image014Theologie Professoren, PfarrerInnen, der Leiter einer Suchtklinik und Gemeindeglieder – das waren die Kursteilnehmer am Eliakurs ‚Durch Krisen reifen‘ in Sao Bento do Sul. Hier sprachen alle so gut Deutsch, dass dieser dichte Kurs ganz in Deutsch gehalten werden konnte.          

 

 

 

27.-28.02 ;Um lugar ao Sol‘ auf Portugiesisch clip_image016Ein Tag zum Material-Umpacken, ein weiterer Tag, um von Sao Bento do Sul ca. 800 km nach Sao Leopoldo zu fahren. Unterwegs holen wir Paulo ab, der den Kurs auf Portugiesisch hält. Wir wohnen im Matrize des Diaconisas (Diakonissenmutterhaus), das wie die Fakultät und das Haus der Synode auf dem ‚Heiligen Berg‘ liegt – ein umzäuntes, bewachtes kirchliches Condominio. (Die Kriminalität in Brasilen ist hoch. Deshalb liegen Wohnhäuser und Einrichtungen vielfach in einem abgeschirmten, streng bewachten Bezirk – Condominio.) Der Raum ist klimaunterkühlt – doch in den 20 geladenen PfarrerInnen aus zwei Synoden brennt bald ein Feuer. „Das geht sehr tief.“ „Muito bom, comovente, marvilhioso, muito obrigado – sehr gut, berührend, wunderbar, vielen herzlichen Dank.“ Lucia, eine Pfarrerin, schreibt uns noch während der Reise: „Ich starte nächsten Monat mit dem ersten Kurs in meiner Gemeinde. Habe schon ein Team, das alles bastelt und vorbereitet.“ Christocidencia!  

 

03.03. zwei Einheiten aus dem Sonnenkurs in der Gemeinde clip_image018Umplanen, improvisieren und spontan sein – auch das gehört zum Reisen. Im Anschluss an den Sonnen-Kurs vor Pfarrern sollte der Kurs in Porto Alegre in einer Gemeinde stattfinden. Wenige Tage vorher erfahren wir, der Pfarrer liegt schwer erkrankt in der Klinik. Doch ein Kollege erklärt sich bereit, ganz kurzfristig zwei Einheiten (denn an diesem Wochenende wurde der Weltgebetstag begangen) in seiner Gemeinde anzubieten. Er lädt am Sonntag ein, legt eine auf 20 Personen begrenzte Teilnehmerliste auf – und am Samstag sind 20 Plätze in der Martin Luther Gemeinde in Porto Alegre belegt. Die simultane Übersetzung ist keine leichte Aufgabe für Pfr. Claus Dreher. Ein großes Mitmach- und Redebedürfnis. Und wieder sehr tiefes Berührt-Sein und große Dankbarkeit. Diese Erfahrung direkt in der Gemeinde bestärkt uns sehr in unserem Auftrag. Das Angebot von ‚Stufen des Lebens‘ erreicht die Herzen. Es kommt von Herzen und geht zu Herzen. Christocidencia! Am 04.03. zurück nach Sao Bento. Zehn Stunden über die Autobahn. Immer am Meer entlang. Das kühlere Klima im Mato Preto (Schwarzwald) und das Heimkommen ins Lar Filadelfia tun uns gut.  

 

06.-07.03 noch einmal ‚Um lugar ao Sol‘ auf Portugiesisch clip_image020Am 05.03. fahren wir mit zwei Autos nach Curitiba. Prof. Dr. Roger Wanke und Mariane Stange (sie wird zukünftig das Kursmaterial in der FLT verwalten) begleiten uns. Roger, Mariane, Marlene und Traudel übernehmen einzelne Einheiten – Traudel und ich sitzen neben Simultan-Übersetzern. Einzelne Teilnehmer haben sechs Stunden Fahrt aus dem Norden hinter sich. Wir sind knapp drei Stunden aus dem Süden angereist. So groß ist die Fläche dieser Synode. Über 30 PfarrerInnen, VikareInnen, Diakone und Gemeindeglieder sind aus zwei Synoden angereist. Im Abschlusswort sprich Traudel über das Potential der Kurse. Wer sie hält und wer sie erlebt, wird gestärkt. Die Kurse sind Einkehr, eine Einladung, unsere ‚Schachtel‘ immer wieder aufzumachen und sie Jesus hinzuhalten. Segensrunde am Kurs-Ende sind wichtig, damit die Themen, die so offen sind, wieder bedeckt werden. Es berührt uns, wie viele positive Rückmeldungen kommen und wie viele signalisieren, in absehbarer Zukunft mit den Kursen zu beginnen. Auch hier – Christocidencia!  

 

09.-10.03. Quellen, aus denen Leben fließt auf Deutsch clip_image022Rückfahrt von Curitiba nach Sao Bento, Vorbereiten und Sammeln der Materialen für den Quellen-Kurs. Dann Fahrt nach Rodeio. Wieder holen wir unterwegs Paolo und diesmal Marise ab. Paulo, Marlene und Traudel wechseln sich in der Kursleitung ab. PfarrerInnen und Gemeindeglieder aus der örtlichen Synode sind angereist. Dicht gedrängt ist das Kursprogramm, die schwüle Hitze ist fast unerträglich. Aber die Herzen sind ganz offen. Bei den Emmausjüngern sind die Rosen und Steine der gefühlte Höhepunkt. Dynamica und Christocidencia!      

 

Danke! clip_image024Im Anschluss sind wir zu Prof. Me. Marilze Wischral Rodrigues (sie koordiniert in Zukunft Multiplikation ‚Szenarios da vida‘ innerhalb der Luth. Kirche in Brasilien) und ihrer Familie nach Jaragua do Sul eingeladen – ein herrliches und notweniges Entspannungsprogramm. Danke! Eine intensive, konzentrierte Zeit neigt sich ihrem Ende zu. Was Prof Dr. Paulo Butzke in zwei Jahren geplant, vorbereitet und in die Wege geleitet hat, konnte genauso stattfinden. Von der ersten Begegnung vor zwei Jahren bis jetzt konnten zwei Kurse übersetzt und erprobt werden. Die Multiplikation hat begonnen. Wir danken Paulo Butzke, seiner Frau Marise, der FLT, allen Beteiligten für die über die Maßen gute Zusammenarbeit. Wir danken Wilfried und Marlene Klassen für die Freundschaft und das Einbringen aller ihrer Gaben. Und wir danken vor allem dem Herrn der Kirche, Christus, dass er die Türen geöffnet hat und uns in allem bewahrt hat. Christocidencia!

 

Traudel u. Roland Krause