Du bist etwas Besonderes

Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben, und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen. Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten überlegen, was das Netteste ist, das sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen können und das sollten sie neben die Namen schreiben. Es dauerte die ganze Stunde bis jeder fertig war und bevor sie den Klassenraum verließen, gaben sie die Blätter ihrer Lehrerin.

Am Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier und daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihre Mitschüler über den Einzelnen geschrieben hatten. Am Montag gab sie jedem Schüler seine oder ihre Liste. Schon nach kurzer Zeit lächelten alle. “Wirklich?”, hörte man flüstern. “Ich wusste gar nicht, dass ich irgendjemandem was bedeute!” und “Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen”, waren die Kommentare.

Niemand erwähnte danach die Listen wieder. Die Lehrerin wusste nicht, ob die Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern diskutiert hatten, aber das machte nichts aus. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die Schüler waren glücklich mit sich und mit den anderen.

Einige Jahre später war einer der Schüler gestorben und die Lehrerin ging zum Begräbnis. Die Kirche war überfüllt mit Freunden. Einer nach dem anderen, der den jungen Mann geliebt und gekannt hatte, ging am Sarg vorbei und erwies ihm die letzte Ehre. Die Lehrerin ging als letzte und betete vor dem Sarg. Als sie dort stand, sagte einer der Anwesenden zu ihr: “Waren Sie seine Mathelehrerin?” Sie nickte. Dann sagte er: “Mein Freund hat sehr oft von Ihnen gesprochen.”  Die Eltern kamen auf die Lehrerin zu und sprachen: “Wir wollen Ihnen etwas zeigen.” In ihrer Hand hielten sie ein stark abgenutztes Blatt Papier. Die Lehrerin wusste ohne genau hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten Dinge standen, die die Klassenkameraden damals über ihren Sohn geschrieben hatten. Auch die anderen früheren Schüler versammelten sich nun um die Lehrerin. Viele hatten ihre Liste auch aufgehoben, manche hatten sie sogar dabei. Die Lehrerin war gerührt.

Im Zusammenleben mit unseren Mitmenschen vergessen wir oft, dass jedes Leben eines Tages endet und dass wir nicht wissen, wann dieser Tag sein wird. Deshalb sollte man den Menschen, die man liebt und um die man sich sorgt, sagen, dass sie etwas Besonderes und Wichtiges sind. Man erntet, was man sät. Was man in das Leben der anderen einbringt, kommt auch ins eigene Leben zurück.

Der heutige Tag soll ein gesegneter Tag sein! Danke, dass es dich gibt!

(Verfasser unbekannt)