Ich denke an dich

Bestimmt haben Sie schon oft Ihrem Gesprächspartner den Satz mit auf den Weg gegeben: “Ich denke an Dich!” Oder Sie haben die Bitte ausgesprochen: “Bitte denk an mich!” Was steckt da wohl dahinter, hinter diesen Worten? Das ist doch nicht einfach dahingesagt.

An den anderen denken, das ist so etwas wie – den anderen im Herzen bewegen, für ihn denken, Verantwortung für ihn übernehmen, für ihn einstehen. Sein Anliegen ist mir nicht gleichgültig. Ich suche mit ihm zusammen eine Lösung. Ein Versprechen, das doch eine große Wirkung haben kann.

Lesen wir die Geschichte von Noah in 1. Mose 7+8, darin heißt es: “Und Gott gedachte an Noah“. Gott denkt an Noah, Gott denkt an mich, Gott denkt an Sie – etwas Ungeheuerliches. Es scheint so, dass die Gedanken Gottes es sind, die dem Leben einen neuen Kurs geben können. Dass da, wo etwas so unaufhaltsam erscheint, wie in unserer Geschichte, Lösungen gefunden werden können. Da wird eine Krankheit als unheilbar angesehen und doch geschieht Heilung. Bei einem Volk, das sich anscheinend damit abgefunden hat, im geteilten Land leben zu müssen, werden buchstäblich Mauern abgetragen.

Gott gedachte an Noah! – Ob das, was wir in diesen Tagen erleben, auch damit etwas zu tun hat? Gott gedachte – warum? Vielleicht, weil ein paar Menschen im Gebet ihn immer wieder daran erinnert haben: “Denk an uns!” Wie gehen wir damit um, wenn Gott so augenscheinlich an uns denkt?

In der Geschichte mit Noah lesen wir in etwa so: Da redete Gott mit Noah und sprach: “Geht aus eurer Enge, der Angst, des Eingeschlossenseins, der Stummheit heraus. Lebt eure Gemeinschaft. Nehmt einander wahr, lebt in der Freiheit das, was ich euch neu in die Verantwortung gebe”.

Und Noah ging heraus mit den Seinen und baute Gott einen Altar, heißt es in Vers 18 und 20. Die Steine, die vor seinen Füßen liegen, wirft er nicht auf andere, sondern nimmt sie und dankt Gott, dass er ihn nicht vergisst, sondern solange die Erde steht, nicht aufhören wird, Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Lassen Sie uns das merken: Gott denkt an uns und Gott denkt weit über uns hinaus. Dafür wollen wir ihm einfach DANKE sagen.

(Beitrag aus einem Reliphon von W. Mäschle)