Was willst du, dass ich für dich tun soll?

Als der blinde Bettler am Wegrand saß und nach Jesus rief, fragte dieser ihn: “Was willst du, dass ich für dich tun soll?”

Sie kennen sicher die freundliche Stimme am Telefon, die vertrauensvoll fragt: “Was kann ich für Sie tun?” Ja, da fällt es einem leicht, das Anliegen auszusprechen.

Noch viel leichter müsste es für uns sein, unsere Anliegen bei Jesus im Gebet auszusprechen. Er empfängt uns mit der Frage: “Was willst du, dass ich für dich tun soll?” Das bedeutet: ER hat ein Herz für uns. Er fragt nach unserer Not. Er will sich dieser Not annehmen und sucht in jedem Fall die beste  Lösung für uns.

Wohin gehe ich mit den Problemen, um eine Lösung zu finden? “Was willst du, dass ich dir tun soll?” Das ist eine großartige Einladung an uns, ja, das ist eine Aufforderung, dass wir unsere Sorgen und Probleme nicht länger mit uns herumtragen und auch nicht allein bewältigen sollten. Wir dürfen sie ihm sagen.

Der blinde Bettler ist beeindruckend. Er hörte nicht auf, zu Jesus um Hilfe zu rufen. Er ließ sich nicht einschüchtern durch die, die ihn zum Schweigen bringen wollten. Nichts und niemand konnte ihn daran hindern, mit aller Kraft nach Jesus zu rufen. Damit kann dieser Bettler uns zum Vorbild werden. Wie schnell ermüden wir in unsrem Gebet. Wie leicht lassen wir uns entmutigen und einschüchtern von Stimmen des Zweifels und der Skepsis. Wie groß ist die Gefahr aufzugeben, wenn die ersehnte Hilfe nicht so schnell eintritt wie erhofft.

Der Bettler war anders. Er ließ sich nicht einschüchtern und nicht abweisen. Er rief so lang bis Jesus ihn zu sich kommen ließ. Diesen Einsatz und diese Ausdauer wünsche ich uns für unser Beten. Wir sollten nicht aufhören, in unserer Not zu Jesus zu rufen, so lange, bis wir eine Antwort erhalten. Auch uns will Jesus heute fragen: “Was willst du, dass ich für dich tun soll?”

(Auszug aus einem Reliphon von 1993 – immer aktuell!)