Südamerika – Entwicklungen in 3 Ländern

Reisebericht Südamerika März 2016 – Bolivien, Brasilien, Paraguay     http://www.flt.edu.br

1.- Sonnenschirm und Regenschirm

Auf der Reise waren Marlene und Wilfried Klassen, Traudel und Roland Krause, und  Elke Werner-Schmit zusammen mit ihrem Bruder. Wir hatten eine Einladung von Lucy Derksen, einen Stufen-des-Lebens-Kurs auf einer Frauenrüstzeit auf Flor del Chaco (Freizeitgelände der Kolonie Fernheim im Chaco Paraguays) zu halten. Bereits 2013 führten wir eine Frauenrüstzeit für alleinstehende Frauen mit dem Kurs „Vaterunser – ein beinahe alltägliches Gespräch“ auf diesem Freizeitgelände durch.

Wir hatten Interesse angemeldet mit einer Gruppe in die Mennonitenkolonien nach Bolivien mitzufahren. Als Gastgeschenk brachten wir eine Schnuppereinheit von Stufen des Lebens mit. Weitere Bestätigungen, die weite Reise nach Südamerika anzutreten, war die Anfrage nach Menno, der Nachbarkolonie von Fernheim. Außerdem kam eine Einladung der Gnadauer Brasilien Mission in Sao Bento do Sul, eine Kursleiterschulung mit dem Kurs „Ein Platz an der Sonne“ durchzuführen. Das Ehepaar Klassen trat die Flugreise nach Brasilien bereits Mitte Januar 2016 an. Sie haben seit kurzem einen zweiten Wohnsitz dort.

Das Ehepaar Krause, Elke Werner-Schmit mit ihrem Bruder, starteten mit 8 Koffern die 12-stündige Flugreise nach Sao Paulo (Brasilien) am 01.03.2016. Am Flughafen Guarulhos wurden wir früh morgens um 4.45 Uhr von Ehepaar Klassen abgeholt. Sie hatten einen Kleinbus mit Fahrer gemietet, der uns nach ca. 2 ½ Stunden Fahrt (ca. 120 km) zu ihrem Haus nach Boraceia an die Atlantikküste brachte. Urwald zieht sich hier bis an die Küste und dort reiht sich eine schöne Badebucht an die andere. Überall laden feiner Sand und Wellen zum Baden und Surfen ein. Nachmittags und abends gibt es in dieser Jahreszeit allerdings regelmäßig Gewitter und Regen. Die ständige salzhaltige Luftfeuchtigkeit führt dazu, dass Metall schnell rostet und Kleidung und Papier (Bücher) schimmelig werden. Außer der Hauptstraße an der Küste entlang sind viele Straßen aus Sand und nach starken Regenfällen kaum befahrbar.

Am Sonntag, 06.03.2016, sind wir mit dem Kleinbus sehr früh wieder nach Sao Paulo gefahren, um von dort nach Asuncion (Hauptstand von Paraguay) zu fliegen. In Asuncion wartete bereits eine Delegation unserer einladenden Frauen auf uns. Nachmittags erlebten wir den Gottesdienst in einer großen mennonitischen Kirche. Abends wurden wir zum traditionellen Asado-Essen (Grillen) eingeladen.

Nach einer erholsamen Nacht im Haus von Freunden, ging es für uns Frauen weiter mit einem Kleinbus zu den mennonitischen Kolonien in den Chaco, während die drei Männer eine kleine Rundreise zu den Iguazu-Wasserfällen und dem Itaipu Stau-damm im Grenzgebiet von Brasilien, Argentinien und Paraguay machten.

Entlang der einzigen Teerstraße, die durch den Chaco führt, siedeln Bewohner in Zelten oder kleinen Hütten. Es  laufen spontan Rinder und andere Tiere über die Straße. Der Streckenabschnitt vor den Kolonien ist voller Schlaglöcher. Trotzdem kamen wir nach ca. 6 Stunden Fahrt wohlbehalten in Filiadelfia (Kolonie Fernheim) an. Dort bezogen wir drei Privatquartiere in direkter Nachbarschaft.

In den beiden Tagen vor Beginn der Stufen-des-Lebens-Kurse hat es jedoch sehr stark geregnet. Der erste Kurs „Weil du JA zu mir sagst“ konnte daher nicht, wie geplant, auf dem Freizeitgelände „Flor del Chaco“ stattfinden. Die Erdstraßen hatten sich in rutschige Schmierseife verwandelt und einige Straßen standen unter Wasser. Die „Mennonitengemeinde Filadelfia“, ganz in der Nähe unserer Privatunterkünfte, stellte uns einen großen Raum für den Kurs zur Verfügung. Positiv war, dass so noch einige Frauen dazu kommen konnten. Der Kurs wurde gut besucht. Einige der teilnehmenden Frauen haben bereits in den vergangenen Jahren an Stufen-des-Lebens-Kursen teilgenommen. Sie waren auch diesmal wieder sehr berührt und spürten, dass Gott JA zu ihnen gesagt hat – ohne wenn und aber. Die vier Einheiten: der Feigenbaum, in dem Jesus sein JA gibt und ihn nochmal für ein Jahr düngt und umgräbt; bittender Freund, Ehebrecherin, bis hin zum verlorenen Schaf, nach dem Jesus sich auf die Suche macht- waren für sie sehr emotional und zu Herzen gehend.

Der zweite Kurs „Ein Platz an der Sonne“ wurde in der Nachbarkolonie Menno durchgeführt. Das Wetter hatte sich in herrliches Sommerwetter verwandelt. So konnte der Kurs, wie geplant, auf dem Freizeitgelände „Laguna Capitán“ stattfinden. Es war das erste Mal, dass wir einen Stufen-des-Lebens-Kurs in der Kolonie Menno durchgeführt haben. Es nahmen 30 Frauen teil.

Während der Stufen-des-Lebens-Kurse begegneten die Frauen einander mit großer Herzlichkeit. Die Frauen spürten, dass sie ernst genommen wurden. Die angesprochenen Lebens- und Glaubensthemen gingen den Frauen zu Herzen, so dass sie zu einer erstaunlichen Offenheit bereit waren.

Bewegende Momente waren: Einige Frauen stellen sich in der 2. Einheit während des Austausches zur Frage „Welcher Platz spricht Sie besonders an?“ spontan zu einem intensiven Fürbittgebet zusammen. Gegen Ende der 4. Einheit trat Traudel selbst in den „Vater-Koffer“ und erklärte, dass wir nicht nur die Folterwerkzeuge in den Koffer legen sollen, sondern uns selber Gottes Erbarmen ausliefern dürfen.

Zitat von Nettie Giesbrecht aus der Kolonie Menno: „ Wir wurden in diesen Tagen an Geist, Seele und Leib gestärkt und erlebten den Segen Gottes hautnah. IHM gilt alle Ehre!“

Die beiden Frauenrüstzeiten fanden ihr Ende mit einer kurzen Nachbesprechung mit dem jeweiligen Komitee, wobei große Dankbarkeit und viele positive Rückmeldungen zum Ausdruck gebracht wurden.

Mika Friesen aus der Kolonie Menno wurde als Multiplikatorin für Paraguay eingesetzt und gesegnet. Marlene, Traudel und Mika wurden in dem lokalen Radiosender „ZP 30“ interviewt. Es wurde ermutigt, Mika Friesen in alle Kolonien für diese Kurse einzuladen.( links Mika Friesen)links, die Multiplikatorin für Paraguay

Während der Reise haben wir wieder ganz deutlich die Gebete gespürt, mit denen wir begleitet wurden. Gott ging vor uns her und hat uns auf unseren Wegen begleitet und beschützt.

2.- Ein Gedanke wird wahr : Stufen des Lebens kommt mit einer Kennenlern-Einheit nach Bolivien.

Die Woche vor Ostern fuhren wir, 4 Ehepaare in 2 Autos mit Allradantrieb und einem Fahrer mit genauen Kenntnissen der Route los nach Bolivien. Wir hatten genug Diesel für Hin- und Rückfahrt , genug Eis für Terere und Olla für Guisso an Bord. Südamerika typisches Gericht (Guisso) Nach einer abenteuerlicher Fahrt und der Überraschung einer Straßensperre in Villa Montes kamen wir in Villa Nueva wie geplant spätnachmittags an. Eine ganze Schubkarre voller Grapefruits, Orangen und Mandarinen stand zum Empfang im Hof bereit und wir wurden sehr herzlich in der Familie Braun empfangen. Am Abend der Stufen-Einheit fanden sich auf Einladung des Gastgebers ca. 20 Teilnehmer ein. Sie erlebten vom Quellenkurs die österliche Einheit der Jünger auf ihrem Weg.

Wir hatten aufmerksame und interessierte Teilnehmer, die sich auf Hochdeutsch einstellen mussten. Ein mennonitisches Plattdeutsch ist sonst ihre Umgangssprache. Ein Teilnehmer meinte :“ ich finde mich auf den Straßen von Santa Cruz zurecht, aber nicht auf diesem Weg im Bodenbild“. Abram sagte: „Wir brauchen den Heiligen Geist um uns auf unserem Lebensweg zurechtzufinden.“

Nach dem Sonntagsgottesdienst und vielen guten Gesprächen begaben wir uns wieder auf den Heimweg. Wir sind dankbar für alle Bewahrung und Führung bis ins Kleinste. Ein Beispiel: Die Straßensperre blieb die ganze Zeit solange wir in Bolivien waren. Am Tag als wir zurückfahren wollten ,ging die Sperre um 15.00 auf. Hunderte von Fahrzeugen hatten sich gesammelt. Offen war nur bis 18.00 Uhr . Kurz nach 17.00 waren wir in Villa Montes; entschlossen uns, nach 8Stunden Fahrt nun einfach weiterzufahren – ohne Abendessen und Pausen. Unsere Autos bekamen alles restliche Diesel eingeschüttet und unsere Fahrer drückten aufs Gas. Trotz starkem Gewitter und Regen auf glitschigen Erdstraßen kamen wir mitten in der Nacht wohlbehalten in Fernheim an.

3.- Zum richtigen Zeitpunkt am richten Ort: Kairos für Stufen in Brasilien

Unsere Multiplikatorin für Südamerika, Marlene Klassen bekam nach dem Kirchentag das Heft von der Gnadauer Brasilienmission “erlebt” in den Briefkasten. ” Da müssen wir rein” war ihr Gedanke. Wir riefen an und es stellte sich heraus, dass die Gnadauer Brasilienmission MEUC den Kurs Spur 8 gerade übersetzt hatte und nun den Wunsch hatte einen Nachfolgekurs zu finden.

Unsere Reise führte uns dann nach Sao Bento do Sul. Der Direktor, Prof. Dr. Claus Schwambach hatte eine sehr gute Gruppe zusammengestellt und persönlich aus verschiedenen Bereichen eingeladen. Aus der Flt, Professoren und Mitarbeiter der Fakultät, aus der Arbeit von Cerene ,(Diakonie und Suchtarbeit) aus der Frauenarbeit und Pfarrerinnen und Pfarrer aus der Umgebung und auch jemand ,der die Übersetzungsarbeit übernehmen könnte.

Wir erlebten den ganzen Kurs “ein Platz an der Sonne” und am Sonntag noch die Ostereinheit aus dem Quellenkurs.Die Tage waren von sehr großer persönlicher Offenheit geprägt. Für uns alle ist es nun spannend, auf welche Weise es weiter geht. Der Kurs „Ein Platz an der Sonne“ soll übersetzt werden. Es wird ein Prozess der Erprobung und der Anpassung sein .

Wir hoffen, dass Jesus alle Mittel dazu schenkt.

Am letzten Tag sagte Marlene:” Ich lasse meinen Materialkoffer und alle biblischen Figuren hier”. So hat sie noch einen Koffer in(“Berlin”) Sao Bento do Sul und dort gibt es nun das Material zur Erprobung( fast)vollständig.

Wir sind voller Lob und Dank , dass Jesus den Weg weist und segnet.