Karfreitag

Wer freut sich nicht an den Schlüsselblumen, die überall durchbrechen und den Frühling ankündigen. Himmelsschlüssel haben wir als Kinder immer zu diesen ersten Frühlingsboten gesagt.

Ob das Kreuz Jesu so ein Himmelsschlüssel ist, damit der Himmel, das Leben an Ostern durchbrechen kann? Ob wir in dieser Woche mal den Kreuzesweg Jesu mitgehen, damit wir den Durchbruch vom Dunkel ins Licht erleben – von der Kälte in die Wärme, vom Tod ins Leben? Es ist mir, als ob Jesus genau dies seine Jünger miterleben lassen will, als er sie im Garten Gethesemane bittet: “Könnt ihr nicht ein Stunde mit mir wachen!” Ich frage mich, ob er seine Jünger nicht genau mit der Macht, der Kälte, dem Tod konfrontieren will, um zu zeigen, dass nur dieser Weg den Himmel aufschließt. Ob er dadurch seine Jünger auch zu ihrer Macht und Kälte führen will? Ob er ihnen den Schlüssel ins Herz gibt, dass nur so die Tür durch ihren Tod aufgeschlossen werden kann? Damit sie den Tod Jesu begreifen als Schlüssel zum Leben.

Es wird mir immer wichtiger, dass es ohne Jesu Kreuz keinen Durchbruch zum Leben gibt. Warum nicht? Vielleicht deshalb, weil wir Menschen dieses Zeichen brauchen, das uns stündlich daran erinnert, dass bereits einer da war, der den Schlüssel zum Himmel in die Welt gebracht hat.

Was ist der Schlüssel des Himmels? Vielleicht kann ich es so sagen: Du Mensch, da ist einer, der dich weiss gewaschen hat, der dich gewürdigt, der dich von deiner Schuld befreit hat. Du Mensch, für dich ist Jesus Mensch geworden und hat am Kreuz dieses Schlüsselerlebnis in die Welt hinein geschrien: “Es ist vollbracht!” Du brauchst nicht mehr in deinen Schuldgefühlen hängen bleiben. Du brauchst dich nicht mehr selbst zu erniedrigen. Du musst dich auch nicht mehr selbst aufrichten.

Durch das Kreuz Jesu bist du aufgerichtet, dadurch kannst du aufrecht stehen. Da bist du recht, gerecht gesprochen. Denn Jesus sagt:” Ich habe den Tod durchkreuzt, damit du zum Leben findest. Ich habe dir vergeben, damit du leben kannst.”

(Worte von W.Mäschle)